Nass, Schmutzig, Glücklich
Kidrontal mitten durch die Wüste

Es ist zum verrückt werden. Ein wunderschöner, wenn auch verregneter Shabat liegt hinter uns. Schlappe vier Jahre fahren wir nun dem Regen nach. Innerlich bewegt von der Hoffnung, Flussläufe mit Wasser anzutreffen. Mitten in der judäischen Wüste – gar in der Negevwüste gibt es im Winter Wasser.

(Anmerkung; Stellenweise wie etwa in „EnGedi“ oder „Nachal Arugot“ gibt es das ganze Jahr hindurch Wasser. Oasen mitten in der Wüste.)

Das Kidron Tal beginnt zwischen Ölberg und Tempelberg in Jerusalem, schlängelt sich quer durch die Wüste und endet im toten Meer. Es gibt deutliche Anzeichen an Fels und Gestein, dass sich immer wieder mal Wasser den Weg von oben ca.800m ü.M. nach unten ca.300m unterhalb des Meeresspiegels bahnt. Jeden Winter entstehen Bäche, ja gar reissende Flüsse in der Wüste. Jedoch nur für einige Stunden, selten auch mal ein oder gar zwei Tage.

Wer die Steinwüste mal erlebt hat weiss, dass das etwas ganz besonderes ist. Ein Ort der Stille und doch so lebhaft. Wir lieben die Wüste. So scheuen wir auch den Regen nicht. Anfangs Dezember feierten wir freudig einen Tag Regenguss. Mehr aus Jux und ohne Erwartungen machten wir uns auf den Weg in Richtung totes Meer. Die Überraschung war unglaublich. Wir erlebten den seltenen, atemraubenden, einzigartigen Moment einer gewaltigen Wassermasse, dich sich erneut den Weg bahnte durch Stein und Trockenheit.

(Anmerkung Foto; Insiderfotos zeigten diese Stelle mit einer vielfachen Wassermasse. Das Flussbett war nicht mehr begehbar. Meist handelte es sich entsprechend um Dronenbilder oder aber Bilder von oben herab. Das Gebiet ist gut zu bewandern.)

Februar. Eine ganze Woche heftige Stürme und Regen. Die Temperaturen sind gefallen. Der Winter ist endlich da. Die Natur braucht dieses Nass dringend. Wasser gibt es nur im Winter und die Hitze des Sommers ist lang und intensiv. Endlich also unser lang ersehnter Regen in grosszügiger Menge. Mit grossen Erwartungen machten wir uns auf den Weg in die Wüste. Es regnete. Und da standen wir; an demselben Ort, wie dazumal im Dezember. Doch da war Stein, Busch, von Wasser keine Spur als nur die paar Regentropfen.

Man stelle sich vor, wir stehen bei Regen in der Wüste, es regnete die ganze Woche und die Wüste? Keinen Tropfen Wasser in den kleinen oder grossen Flussläufen. Alles ausgetrocknet. Es bleibt der Flaum herrlichen Grüns das die braun-roten Gesteine der Hügel überzieht. Wunderschöne Blumen die den trockenen Sommer als Samen überleben und bei wenig Feuchtigkeit bereits anfangen zu blühen. Eine grosszügige Entschädigung unserer Enttäuschung… Unklar bleibt, wie wir zu einer zweiten Chance gelangen, dem Wasser nochmals in seiner vollen Wucht zu begegnen. Aber wir freuens uns darauf.

Das Wasser bahnt sich den Weg zum Toten Meer
Wasserfall - kurz vor der Einmündung ins Tote Meer
Aussicht Totes Meer und im Dunst - Jordanien
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1 Response
  1. Cornelia aerni

    Liebe Marianne und Pascal

    schön das ihr mit den Kindern so viel in die Natur gehen.

    Dem nächst, gehe ich in die Weisse Wüste mit Kamelen wandern, ich werde euch in Gedanken mit nehmen.

    Umarmung
    Cornelia

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