loslassen

Unsere wunderschöne, gesunde Tochter
Unser grosser Bub
Unser kleine Bub, begeisterter Koch

Es ist kaum zu glauben was sich seit Beginn Neujahr alles ereignete. Schönes, schwer verdauliches, fragwürdiges, katastrophales, Durchbrüche, gesegnetes – nichts von Langeweile.

Gerne möchte ich etwas aus meinem Leben als Mutter teilen.

Unsere Älteste, wunderbare, gesegnete und gesunde Tochter lehrte mich das Loslassen bereits pränatal. Im 8 Monat schwanger, wollte dieses kleine Geschöpf nicht mehr wachsen. Die Ursache blieb für immer unklar. Viele Ultraschallbilder folgten um den Gesundheitszustand des Ungeborenen stehts zu überwachen. Besorgte Gesichter der Ärzte, wir Eltern laienhaft. Geschürte Angst. Das trieb uns in die Arme Yeshuas und ich wusste, er würde sich um dieses kleine Kind kümmern. Da wurde mir ein erstes mal bewusst, was Loslassen bedeutet. (Alle Ehre unserem grossen Schöpfer Elohim, Yahel kam pünktlich auf die Welt mit 48cm, 2.3kg – klein aber kerngesund.)

Oft dachte ich darüber nach, was der Unterschied, gar die Konsequenz sein könnte von Besitz vs Anvertrautem. Ich dachte über folgendes Beispiel nach. Wenn mir jemand eine Vase anvertraut spielt es keine Rolle wie kostbar sie ist, gefällt sie oder nicht. Nein, mit dieser Aufgabe übernehme ich Verantwortung bestmöglichst auf diese Vase aufzupassen. Höchste Sorgfaltspflicht auszuüben. Einer Vase im Eigenbesitz trägt man sorge. Doch wenn sie kaputt geht, ersetzt man sie bestenfalls. Da ist kein Gegenüber welches Rechenschaft einfordert. Die eigene Entscheidungsfreiheit über den Nutzen einer anvertrauten Vase ist eventuell eingeschränkt. Möchte der Besitzer kein Wasser in der Vase, sollte darauf geachtet werden. Wer kennt denn die Vase besser als ihr Besitzer. Vielleicht stellt der Besitzer auch spezielle Pflegeasprüche… Dieses Beispiel kann ewig weiter geführt werden. Gedanken eben.

Zurück ins Leben. Inwiefern ändert sich mein Verhalten, meine Erziehung, meine Ratschläge im Bewusstsein, da wurden mir die vier süssesten Kids auf Erden anvertraut? Ich habe sie nicht erschaffen. Deshalb gehören sie mir nicht. Eine entlastende Perspektive. So steht immer ein erreichbarer Besitzer hinter den Kindern, den ich jederzeit anrufen und um Rat fragen kann. Bezüglich Kindererziehung, Pflege, seelische Notfälle, körperliche Symptome, geistlichem Wachstum. Die Zukunft kenne ich nicht, weiss aber das der Herr selbst jeden Tag „meines“ Kindes kennt. (Schon als ich im Verborgenen Gestalt annahm, unsichtbar noch, kunstvoll gebildet im Leib meiner Mutter, da war ich dir dennoch nicht verborgen. Als ich gerade erst entstand, hast du mich schon gesehen. Alle Tage meines Lebens hast du in dein Buch geschrieben – noch bevor einer von ihnen begann! Wie überwältigend sind deine Gedanken für mich, o Gott, es sind so unfassbar viele! Psalm 139.17) Wenn der Herr Yeshua das Gestern und Heute kennt weiss er auch, was das Morgen sein wird und was es dazu braucht. Also kann ich mich ihm anvertrauen. Anvertrauen bedeutet loslassen.

Beispiele aus dem Leben; Hier in Israel werden Kinder mit einer erhöhten Intelligenz in besonderer Weise gefördert. Ziel: Hochbegabte heraus zu filtern. Die Lehrerschaft vermutet bei Yaron erhöhte Intelligenz und fördert ihn entsprechend. Dies mit 4 anderen Klassenkameraden. Das Bildungsministerium möchte die kleine Gruppe Kinder mit weiteren Tests prüfen. Yaron ist begeistert und mag diese Tests. Ich als Mutter sehe in meinem Sohn einen sehr grossherzigen, lösungsorientierten Jungen mit schneller Auffassungsgabe und gutem Umsetzvermögen. Jedoch auch ein richtiger Bub mit dezenten aber klaren Flausen und stupiden Ideen, Fussball begeistert, spielen mit Freunden, krampfen im Gemeinschaftsgarten usw. Als Mutter möchte ich ihn nicht in einem überbeschäftigten Programm für Intelligente sehen. Kam hinzu das wir grosse administrative Probleme für die Anmeldung hatten, die ich nicht bewältigen konnte. Mit meiner Aversion gegen dieses Programm habe ich es dem Besitzer meines Sohnes hingeschmettert und gesagt; „Yeshua, du bist der Vater, du weisst ob Yaron dieses Zeug braucht oder nicht für die Zukunft. Doch wenn du Yaron weiter bringen willst musst du selbst sehen wie das gehen soll… “ Ja, Yeshua hörte und kannte meine Wut, meine Unsicherheit gegenüber diesem Ganzen aber auch mein tiefstes Vertrauen, dass seine Wege gut sind. Am nächsten Tag kam ich ins Gespräch mit einer Freundin aus dem Quartier. Irgendwie dann auch darauf, dass Yaron weiter machen sollte, das wegen Bürokratie nicht geht und ich die Nase gestrichen voll habe und somit das Thema erledigt sei. Als Kind selber Teil dieses Förderungsprogramms, heute Sprachlehrerin, bodenständig, Mutter zweier süsser Kinder und eben meine Freundin, bedauerte Yarons Situation sehr. Vorsichtig bat sie mich um Erlaubnis, auch mal ein Telefon starten zu dürfen. Ja, ja.

Ich habe nicht damit gerechnet dass sie den Willen, den Mut, die Nerven, die Zeit aufbringen würde drei volle Wochen fast täglich irgendwelche Telefonate zu tätigen. Am letzten Tag der Anmeldefrist gelang es ihr Yaron weiter zu bringen. Inzwischen ist er angemeldet, das ganze Schulpersonal freut sich, seine Lehrerschaft freut sich, die Freundin freut sich, Yaron freut sich, seine Mitbewerber aus der Klasse freuen sich – alle ausser Ima. Und da beginnt das zweite Loslassen. Es ist nicht mein Weg für ihn. Aber sehr deutlich ist es der Weg seines himmlischen Vaters für ihn. Loslassen bedeutet auch aktzeptieren. Mein Beschluss, ich werde ihn auf diesem Weg bestmöglichst unterstützen, mit Zuspruch, mit Üben, mit Dasein, mit Gebet, mit Freude über Gelungenes, mit meinem Blick auf den gerichtet, der entschieden hat ZUM WOHLE von Yaron. Loslassen bedeutet, Yeshua zu vertrauen, dass er es besser weiss. Er hat mein Mann und mich auserwählt als Eltern, weil er uns exakt mit dem Befähigen möchte, was „unsere“ Kinder an Unterstützung, Liebe, Erziehung, Konfrontation, Annahme, Bewältigung, Grenzen ect. brauchen. In diesen Dingen haben wir Fehler gemacht und werden immer wieder mal verfehlen. Wir tragen Verantwortung. Aber Loslassen bedeutet auch das Bewusstsein, der Besitzer lässt seinen Besitz nie allein, bis das Kind gross genug ist selbst zu entscheiden. Hin zu oder weg vom himmlischen Vater. Und selbst dann, ist Yeshua immer in erreichbarer Nähe. (Psalmen 145:18 Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Jesaja 55:6 Suchet den HERRN, weil er zu finden ist; rufet ihn an, weil er nahe ist!)

Ein weiteres Beispiel erzähle ich von unserem Jüngsten. Er ist Bilderbuch gemäss der Jüngste mit allen Klischees. Anders, verwöhnter, tatsächlich sehr abgesondert in seinem spielerischen Verhalten gegenüber seinen Geschwistern. Unbewertet. Während bei den älteren Geschwister klar war, in welche Kindergärten wir sie senden werden, (die Auswahl beträgt pro Kindergartenjahr 5-6 verschiedene Kindergärten), wurden wir bei Yinon vor die Tatsache gestellt, dass unsere sehr geschätze Kindergärtnerin nicht mehr in erreichbarer Nähe zur Verfügung steht. Bei der Schule wurde ein neuer Kindergarten eröffnet. Das Beste vom Besten. Wir genossen Einblick und waren erstaunt, begeistert, doch da war dieser Funke – Nein. Nicht in Worten zu fassen oder gar begründbar. Genug stark, es nicht ignorieren zu können. Weitere Kindergärten wie etwa Pnina oder Lital kamen ganz klar nicht infrage. Ihren Kindergartenstil hinterfrage ich sehr. Ein Waldkindergarten ohne Wald und mit allen drei Altersgruppen (3-5) gleichzeitg, wäre eine Variante ect. Ich war überfordert. Dieses unbegründbare Warnsignal warum Keshet nicht gut sein soll für Yinon, trieb mich ins Gebet mit den Worten; „Herr du kennst Yinon, du kennst die Ganenet (Kindergärtnerin), du weisst was das Beste ist für ihn. Bitte schenke mir Frieden über Keshet wenn es dein Wille ist, oder aber verrate mir, was dein Wille ist. Ich will nicht aus Bequemlichkeit heraus entscheiden…“(Der Kindergarten ist direkt in der Schule eingebettet und ich hätte alle 4 Kids am selben Ort gehabt.) Einen Moment lang verharrte ich einfach in der Stille und im Nichtsdenken. Da kam ganz klar und deutlich die Antwort. Pnina. Ich hatte von ganzem Herzen nicht damit gerechnet. Ich war so überrascht. Doch ein tiefer Friede begleitete die Antwort und ich musste mir eingestehen, dass ich Pnina nur vom hören – sagen her kenne. Die Leute reden so viel und negative Stimmen sind so laut. Also war ich gehorsam und meldete Yinon bei Pnina an. Ich weiss dass Yeshua das Beste ausgesucht hat für seinen meinen Sohn, so spielen meine Gefühle keine Rolle. Da ist dieser Friede und das genügt.

Aus Jerusalem, sei gesegnet und vertraue ihm.

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