Liebe Glaubensgeschwister, liebe Sinn-des-Lebens Suchende

Ich gehöre mit meinen 34 Jahren zu einer Generation die alte Strukturen, Glaubensvorstellungen, Kirchenpraktiken, Religiösität und vieles Andere hinterfragt. Die Suche nach Alternativen prägt die Jugend von Heute, viele Gläubige drängt es die Wurzeln des Glaubens, der Bibel, Yeshua (Jesus) zu finden. Gesetzlichkeit nimmt neue Formen an mit dem Versuch die Welt irgendwie retten oder verbessern zu können. Die moderne Lehre der Gnade Gottes die sämtliche selbstgefällige Versuche Gerecht zu sein über Bord wirft. So wird Altes abgerissen, Neues aufgebaut.

Ich persönlich bin der Meinung, dass wir der Wahrheit so Nahe sind wie zu Zeiten Yeshuas auf der Erde. Doch schwerwiegender denn je ist die Macht der Finsternis, die Wahrheit zu verdecken, Verwirrung zu stiften, neu aufgebautes wieder einreissen zu lassen und wohl am Schlimmsten; einen sanften Nebel der Schläfrigkeit über die Gemeinden und einzelnen Bibelgläubigen zu legen. Heute wurde ich sehr ermutigt, gewappnet zu sein und nicht müde zu werden.

Lies mal Nehemia 1-4 um dir einen Überblick zu verschaffen.

Nehemia 1, folgende Situation; die Juden wurden wegen ihres Ungehorsams gegenüber Elohim nach Persien verschleppt. Dann wurde die Stadt Jerusalem zerstört. Nehemia wurde also vor der Zerstörung Jerusalems verschleppt.

20Jahre im Dienst des Königs als Mundschenk, kam Nehemia zu Ohren dass Jerusalem zerstört ist. In Schutt und Asche liegt. Sein Volk ist den Feinden schutzlos ausgeliefert. Das Land drohte ihnen weg genommen zu werden. Während der  Trauer- Fastenzeit Nehemias gab Elohim ihm den Auftrag die Stadtmauer Jerusalems wieder aufzubauen. (Nehem.2.12) Diese Zeilen haben mich sehr berührt. Da waren so viele Menschen bereits vor Ort in Jerusalem. Doch eingeschüchtert von den Hassreden der Feinden (Neh.1,3), die Tatsache vor Augen, dass alles in Schutt und Asche liegt killte die Hoffnung an einen Wiederaufbau der Mauer. Die Juden hatten zwar Fürsten über sich, aber keinen Hirten. Da kam ein berufener Mundschenk, wurde befähigt Hirte und Bauherr zu sein.

Ganz Persönlich; ich kämpfe immer wieder mit Vergeleichen. Alle backen Torten, alle malen, alle legen Wort Gottes aus, alle können alles besser, wozu also ich? Der Wunsch auch etwas ausserordentlich Gut zu können. Die Lüge lauert bereits hinter dem Wort „ALLE“. Und obwohl wir unsere Kinder immer wieder ermutigen, und darin bestärken dass sie in ihren Hobbys und Tätigkeiten nicht unbedingt gut, doch gesalbt sein sollen – (indem sie alles was sie tun für den Herrn tun, in Dankbarkeit dass sie eben tun können was sie tun) fällt es mir an manchen Tagen arg schwer anzunehmen, dass auch mein Sein und mein Tun gesalbt sein kann und soll. Warum? Weil ich mich hier in Israel ausserhalb meiner Komfortzone, meiner Selbstkontrolle, meines Selbstvermögens befinde. Alles was ich antrete, erlebe und wem ich auch begegne ist ausserhalb meines erlernten, mir angeeigneten. Doch die Güte des Herrn hat kein Ende, sie ist jeden Morgen neu. Und immer und immer wieder bestätigte mich der Herr, DU bist gemeint. DICH wollte ich in Israel haben. Und WEGEN deiner Unwissenheit und deinem Unvermögen, deiner Schwachheit, wirst du Zeugnis sein für MICH, den ich bin in den Schwachen mächtig. So lernte ich im Verlauf der letzten Jahre mehr und mehr mein Ego sterben zu lassen. Daraus entstand eine richtige Freiheit, der Druck mir oder anderen gerecht zu werden schwindet mehr und mehr. Der dringlichste Wunsch entstand, besonders gut zu werden in der Nachfolge Yeshuas. Bei meinem Hirten Yeshua darf ich sein wie ich bin und dort wo er mich befähigt, werde ich gesalbte Arbeit hinterlassen die den Menschen Zeugnis sind von seiner Herrlichkeit, Gnade, Liebe, Hoffnung, Wiederherstellung.

Ein weiterer Punkt der mich durchaus faszinierte lesen wir im Nehemia 2.19; da waren die drei Feinde unterschiedlicher Herkunft. Sie spotteten und höhnten, glaubten nicht an die Allmacht Elohims und schon gar nicht daran, dass ein kläglicher Überrest von Juden eine Mauer wieder aufbauen könnte. Doch Nehemia steht furchtlos vor diesen Dreien und weiss; Wir seine Knechte haben uns aufgemacht und bauen wieder auf. Für euch gibt es keinen Anteil, kein Anrecht noch Gedenken in Jerusalem. Wir dürfen uns sehr auf diese Zeit freuen, denn diese Prophetie ist noch nicht erfüllt. Im Kapitel 1,9 wird prophetisch geschrieben, dass von allen Orten aus aller Welt die Juden in Israel gesammelt werden, damit sein Name (Yeshua – Yahwe) dort wohne. Diese Aussage trifft sich mit den Aussagen fast aller Propheten die über das Ende der Zeit schreiben. Noch gibt es in der heutigen Altstadt Jerusalem Attentate, Beschimpfungen und Hassreden gegen Juden und somit gegen das Volk Elohims. Doch wenn Yeshua wieder kommt und seinen Platz einnimmt in Jerusalem wird nicht mal eine Erinnerung an dijenigen sein, die mit so bösem Herzen Unruhe, Verwirrung, Tod, Hass stifteten.

Der dritte Punkt der Ermutigung; Kapitel 3,33-4,17 Die Feinde sehen Schutt und Asche. Tote Steine. Sie können gar nicht anders, als NICHT daran zu glauben, dass aus diesem Chaos Wiederherstellung geschehen kann. Entsprechend die Aussage in 3,35 lass sie nur bauen; wenn ein Fuchs auf ihre steinerne Mauer hinaufspringt, reisst er sie ein. Keine Mauer bedeutet für den Feind weiterhin die Obermacht zu haben und das schutzlose Volk zu unterdrücken. Im Glauben und Vertrauen an ihren Gott Elohim fangen Nehemia und das jüdische Volk an, Stein für Stein, Fuge für Fuge zu montieren, reparieren, restaurieren, fixieren… Alle helfen mit. Selbst Töchter werden erwähnt. Steine heben war wohl eher die Aufgabe kräftiger Männer. Doch ich denke es verbildlicht wunderbar die Wichtigkeit einer Gemeinschaft, dass alle – Alt, Jung, Männer, Frauen, daran beteiligt sein müssen, am Reich Gottes zu arbeiten. Das Eintreffen von Prophezeiungen ist in den Händen Elohims, doch es geschieht und erreicht sich dadurch, dass Berufene ihre Aufgabe wahrnehmen und darin wandeln und es als Teil des Ganzen sehen. Jede Familie hatte seinen Bereich zu bauen, niemand war überall gleichzeitig. Doch am Schluss ergab sich jeder kleinste Handgriff als Teil einer vollständigen und sicheren Schutzmauer.

Weiter geht die Ermutigung; Zwar verhöhnt doch ohne weiteren Massnahmen der Feinde wurde gebaut. Einem Jeden wurde das Gelingen geschenkt, learning by doing, das Handwerk zu festigen und quasi Profi auf dem Gebiet zu werden. Die Mauer wurde so bis zur halben Höhe fertig gestellt. Wer sich schon einmal vor die Mauern der Altstadt Jerusalems gestellt hat weiss, dass ist bereits eine beachtliche Leistung. Ein sehr schönes Detail; die Lücken wurden geschlossen. Und auch die drei Feinde sahen das. Sie erkannten, dass es zu spät für einen Angriff von Aussen war. Ihr Plan, sich unter die Leute mischen und Verwirren. Eine clevere Taktik. Doch da waren AUFMERKSAME; WACHSAME Männer und Frauen die die Bauleute warnten. Nicht einmal, mehr als 10mal. Sofortige Massnahme;Gebet und bewaffnen der Leute. Das folgende Bild könnte aus geistlicher Perspektive nicht aussagekräftiger sein; da stehen Männer, gegürtet und mit dem Schwert am Gürtel, bereit dem Feind gegenüber zu treten. Den Blick auf das Reich Gottes gesetzt (in diesem Fall die Mauer), im Herzen wissend; Fürchtet euch nicht vor ihnen, gedenkt an den Herrn, der gross und furchtbar ist, und streitet für eure Brüder, Söhne, Töchter, Frauen und Häuser.

Als ich das so gelesen habe wurde mir bewusst: seit Yeshua auf diese Erde gekommen ist, an einem neuen Reich – am königreich Yeshuas – gebaut wird. Dieses Reich erlebte und erlebt viele schwere Zeiten. Mein Glaube; die Mauer ist hochgezogen, die Risse werden geflickt. Es ist eine Zeit der Wiederherstellung in einem so fortgeschrittenen Stadium dass der Feind nicht mehr von Aussen angreifen kann. Doch er versucht Verwirrung zu stiften unter den Gläubigen. Je höher die Mauer, desto grösser die Gefahr der falschen Sicherheit. Was für eine Gnade also, dass die Erde schüttelt, rüttelt und uns erinnert, da ist ein Feind, der möchte die Fertigstellung des Reiches Gottes verhindern. Doch wir stehen nicht schutzlos da. Die Bauleute waren gewappnet mit Gurt und Schwert. Gott selbst wird die Mauer fertig stellen. Es ist Zeit wo wir uns Gegenseitig den Rücken stärken, jeder mit seiner Waffe – dem Wort Gottes – in der Hand, mit der Wahrheit gegürtet. (Epheser 6,10 u.folgende)

…und stand hinter dem ganzen Haus Juda, das an der Mauer baute. Wir genannt Christen, sollten aufstehen und unsere Brüder die Juden, die Israel verteidigen, die Platz schaffen für Juden, dass sie aus allen Enden der Erde gesammelt werden können, die auf das zweite Kommen des Messias unermüdlich hinarbeiten und immer wieder gehindert werden, mit allen uns möglichen Mitteln unterstützen. Denn auch wir sind eingepfropft in dieses Volk. Wir werden unter der Herrschaft Yeshuas mit ihnen ein Volk sein. (Hesek.37.15 u.folgende.)

Herzlich aus Jerusalem

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