Liebe Glaubensgeschwister, liebe Sinn-des-Lebens Suchende
Viele Christen, überkonfessionell, zieht es nach Israel. Ein Feuer, eine Leidenschaft, eine ubeschreibliche Sehnsucht, politische Intressen ect. die den Wunsch auslösen, einmal hier gewesen zu sein.
Dies konnte ich nie mitfühlen. Israel war nie Thema für mich. Rückblickend musste ich feststellen dass durch eine Herzenstante (Helene du bist gemeint =)) den Samen schon in meinen frühsten Teenejahren gesät wurde. Mein Intresse war jedoch mehr kitschigen Romanen gewidmet als trockenen historischen Lektüren über Nahostkonflickte oder Brennpunkt Israel. Selbst bei den sehr lesenswerten Zionschroniken wusste ich letztendlich wer mit wem und was, aber geschichtliche Hintergründe blieben aus meinem Gedächtnis gestrichen.
Mein Gott ist ein Gott für alle Menschenkinder. Also sah ich keine Notwendigkeit, mich mehr mit Israel auseinander zu setzen. Ganz im Gegensatz zu meinem Mann. Fast jährlich mit der Familie in Israel, sollte die Tot-Meer Luft dem Bruder helfen bei seinem schweren Asthma. Ganz erfolgreich so viel ich weiss. Nach der KV-Ausbildung bei der SBB arbeitete er in der Tourismusbranche bei einem Israel-Spezialisten. 5Jahre. Stehts mit grossem Intresse an Geschichte und Geographie. Enstprechend ist sein heutiges Allgemeinwissen. Sehr beachtlich. Trotz Stellenwechsel blieb er Israel und dem Tourismus für/zu Israel immer treu. Damit hatte ich nichts zu tun. Wenn Pascal mit Gruppen ins Ausland verreiste war ich nie dabei.
Der Moment kam, November 2011. Mein Mann kam nach Hause und fragte; „Schatz, wir sind vom Tourismusministerium Israel eingeladen für eine Reise. Möchtest du die Nordtour oder die Südtour buchen?“ Was für eine Frage. Kenne ich doch nicht einmal die Flagge des Landes und ich soll entscheiden über Süd oder Nord? Wie wäre ein; „Danke gar nicht?“ Nein, das geht nicht. Es sind zwei Personen eingeladen und es wurde offeriert, das zu meinen Gunsten jemand aus Pascals Arbeitsteam verzichtete.
Pascal entschied für uns. Nordtour. Die Reise war unglaublich lustig. Wir wurden einem Bus zugeteilt mit Deutschen und einem Östereicher. Ein 15er Bus, jedoch bin ich mir nicht mehr sicher, wie der gefüllt war. An dieser Stelle könnte ich Rahmen sprengende Anekdoten platzieren. Wir erlebten so viel. Von Land und Leuten wusste ich weiterhin nur wenig, Geschichtlich hoch spannend, doch viel zu viel Inhalt. Ich erinnere mich quasi an gar nichts, ich kann mir Zahlen und Namen der Vergangenheit nur schwer merken. Meine Leidenschaft sind Menschen und Begegnungen. Und da war diese eine Begegnung am zweit letzten Abend, die für immer unser Leben verändern würde. Nur wussten wir dies zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Auf dem Weg ins Hotel sagte ich zu meinem Mann prophetisch;“Diese Begegnung wird Konsequenzen haben.“ Das war keinesfalls negativ empfunden, doch hätten wir geahnt…
So war Israel in meinem Herzen nicht mehr Wert wie schöne Erinnerungen an Ferien in Italien. Ich fühlte mich keineswegs Zuhause hier oder gar veranlasst, regelmässig dahin zu reisen. Die Bibel las ich weiterhin aus Perspektive einer Erretteten und nicht wie einer Zugehörigen zum Volk Gottes.
Die Jahre vergingen. Einige male reisten wir noch nach Israel. Immer unter ungünstigen Umständen. Israel war für mich grundsätzlich; Unfreundlich, schmutzig, teuer, zu heiss, Food nicht gut… und veranlasste mich zur Aussage; „welches Glück, dass ich hier nicht leben muss.“ Doch der Herr hat uns diese ganze Zeit trainiert und vorbereitet, uns Blind gemacht für die Wahrheit. Unsere Kinder erhielten immer wieder Spielzeuge aus Israel oder CDs mit hebräischen Liedern. Immer wieder fragte ich mich, was ich mit diesem Zeug soll. Doch die Kinder verlangten danach, so hörten sie sich diese CD immer wieder an, oder malten Büchlein aus wo biblische Festtags – Bilder abgebildet waren. Auch die Namen unserer Kinder sind nicht nur hebräisch, Yinon ist klassisch israelisch. Immer wieder werden wir gefragt, wie das so kommen konnte. Aber mein Mann und ich hatten so viel Differenzen bezüglich Namensgebung, es ist ganz klar göttliche Vorbereitung und Führung.
Weiterhin fühlte ich mich nicht zu Israel hinzgezogen. Immer noch kein Bedürfnis, mich dieser Thematik zu stellen. Selbst als am 05.März 2017 der Ruf kam; „Ihr geht nach Israel“, wusste ich, es wird so geschehen und wir folgen seinem Ruf. Doch da war nicht das Ziehen. Da war kein Feuer das heilige Land zu bewohnen.
07. Oktober 2018 kamen wir also in das Land Israel. Wir hetzten alle Feiertage ab, stehts darum bemüht, heraus zu finden, was denn wir als Christen mitmachen sollen und was nicht, wie viel ist göttlich, was religiös, die Kinder gefühlt immer krank, ein unglaubliches erstes Jahr, wo ich nur staunen kann wie sehr mich Yeshua (Jesus) beschenkt hat mit Kraft, Freude, Ausdauer, dieses erste Jahr zu überstehen. Dabei ist etwas wesentliches passiert. Ich fühlte mich sehr schnell sehr wohlwollend aufgenommen. Es war allen klar, das sind die komischen Netten aus der Schweiz die keine Juden sind aber auch nicht in unser Bild von Christen passen. Und sie sind doch sehr gläubig. – So wurden wir akzeptiert.
Ein Jahr später also wurde ich Teil einer Cadureschet Gruppe, startete mit der Sprachschule – 7 Monate; dann kam COVID. Doch diese 7 Monate waren genug. Auf den ersten Blick liebte ich diese Netzball – Frauen. Eine Liebe die, wie ich dachte, selbst wenn ich angespeiht würde, stärker wäre. Eine Liebe die ich als „in mein Herz hineingelegt“ empfinde. Ich habe nicht danach gefragt, gesucht oder gar wäre sie aus eigener Kraft.
Nach dreieinhalb Jahren verzweifeltes Fragen, was wir hier in Israel eigentlich tun ausser Touristen betreuen und unser Alltag leben, bekam ich eine Antwort. Ich bekam eine Antwort darauf, was mit mir so falsch ist, dass ich immer noch nicht die Heiligkeit dieses Landes nachempfinden kann, kein Sehnen danach unbedingt an biblischen Plätzen sein zu müssen, warum wir hier in Jerusalem so stark bedrängt sind geistlich, ect. Und diese Antwort ist so wichtig; ich werde sie mit euch teilen.
Möge der Segen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes dein Herz für die Wahrheit öffnen. Und den Rest vergiss einfach wieder…


