Vorbereitungszeit

Noch zwei Wochen und so Gott will und alles nach seinen Plänen läuft werden wir im Flugzeug richtung Griechenland sitzen… Was du verpasst hast? Nichts. Aber ich gönne mir die Vorstellung eines überraschten Gesichtes beim Lesen. Natürlich geht es von Griechenland direkt weiter. Direktflüge sind nicht zu bezahlen. Also machen wir einen kleinen Umweg. Endstation Schweiz.

Bis dahin gibt es noch viel zu tun. Einerseits wollen wir den Alltag möglichst normal aufrechterhalten. Doch putzen, vorbereiten, sich Gedanken machen – es gibt kein Ausweichen. Unser Umfeld fiebert mit. Die dreieinhalb Jahre gebunden sein an Israel haben Spuren hinterlassen. Eine Art bequemlichkeit, aber auch gewisse Sicherheit hat sich trotz widrigen Umständen bezüglich Visa und Gesundheit, breit gemacht. Der grosse Feind der Gegenwart ist die Ungewissheit, wie lange unser Schweizeraufenthalt tatsächlich dauern wird. Alles ist abhängig von der Bürokratie hier in Israel, die wir leider in keiner Art und Weise beeinflussen können. So mischen sich in unser Alltagsgeschehen Besucher, egal welchen Alters. Freunde, Kinder, Familien, Nachbarn, alle wollen sie sicher sein, dass sie uns auf ein Essen einladen können. Eine Art Abschiedsessen um den Schmerz, die Ungewissheit, die Herausforderung mit uns zu teilen, gebunden an die Ermutigung ein anschliessendes Willkommensessen zu veranstalten. In der Schule hatte eine Lehrerin bereits verkündigt dass Yaron (der in der Schule ein ganz starkes Bindeglied ist) auf Reise gehen darf. Das Unverständnis ist enorm. Die Schüler hatten schon diverse Ideen wo sie Yaron unterbringen würden um ihn nicht gehen lassen zu müssen. Sogar der Gärtner und unser Coiffeur, unsere Nachbarin, alle öffnen sie grosszügig ihre Häuser um die Kinder nicht diesem Risiko auszusetzen zu lange weg zu sein von Israel. Es ist ein Kampf. Es fliessen viele Tränen. Auch bei uns Erwachsenen. Da ist diese vollkommene Gewissheit dass wir bald zurück kehren werden. Es wird wohl nicht abschliessend zu beantworten sein warum unser Herz so schwer ist. Ist es die Liebe, die so stark für unser Umfeld ist? Ist es, dass wir Teil von dem Schmerz und dem Überlebenskampf der Gesellschaft geworden sind? Ist es die überwältigende Feststellung wie sehr uns das Volk adoptiert hat? Da ist die ständige Bedrohung dass die Unruhen vom Norden sich in Krieg verwandeln. Es fühlt sich an wie Verrat, jetzt das Land verlassen zu müssen.

Doch die Schweiz wartet. Der Herr hat den Zeitpunkt bestimmt. Er hat vorbereitet und ich wünsche mir von ganzem Herzen die Gnade sein Weg zu erkennen. Einerseits einfach sein zu dürfen. (Nicht jeden Tag kochen zu müssen macht den Schweizeraufenthalt durchaus attracktiv…) Andererseits Botschafter sein zu dürfen für Menschen die für Israel stehen. Auch in der Schweiz eine Aussenseiterposition. Wir wollen ermutigend zur Seite stehen. Von unserer Seite her ist zum jetztigen Zeitpunkt nicht einmal unser Aufenthaltsort geplant. Ich habe keine Ahnung was uns erwartet. Was wer wie wo wann sein wird. Aber ein Versprechen Gottes habe ich und an dem halte ich mich ganz fest; ES WIRD GUT!

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