Unverhofft kommt oft

Unverhofft kommt oft

Etwas ratlos sitze ich da und versuche in Worte zu fassen was kaum zu beschreiben ist. Da war Yinons Geburtstag, Schulstart, Yahels erster runder Geburtstag, das Laubhüttenfest und wär hätte gedacht, ein echter Krieg.Viele Wochen sind vorbei. Aktuell feiern wir geteilten Gemüts das Lichterfest. Chanukka.

Die kurzen Monate die hinter uns liegen lassen sich kaum in Worte beschreiben. Ich tue mich schwer zu begreifen das Terroristen tatsächlich menschliche Wesen sind. Ihre Handlungen finden keine Worte. Doch viel schwieriger ist zu verstehen, wie Menschen von Propaganda unglaublich geblendet sind, dass die Lügen der Wahrheit vorgezogen werden. Und in dem ganzen Leid geschieht so unvorstellbar viel Gutes.

Nur einige Beispiele;

Jüdische Israelis kehren wieder um zu ihrem wahren Gott, Elohim.

Treue Beter unzählbar in ihrer Menge, stehen ununterbrochen im Gebet hinter Israel.

Die israelische Bevölkerung war sehr zerstritten, der Krieg hat sie zusammen geführt. Hand in Hand, jeder wie er kann, hilft wo und wie es nur geht. Selbst die starkreligiöse Gemeinschaft, sonst eher zurückhaltend bei der Beteiligung des Allgemeinwohls der sekularen Gesellschaft, hilft an der Front mit Essensliferungen und Dienstleistungen nach Bedarf. Geschenke an deplazierte Familien werden organisiert, Waschmaschinen – Trucks erfunden um den Soldaten ein Waschen vor Ort an der Front zu ermöglichen usw.

Für uns als Familie erleben wir bis zum heutigen Tag so viele Nachfragen. Menschen die wir nicht kennen, tragen mit im Gebet, unterstützen uns finanziell, wobei an dieser Stelle zu sagen gilt, dass viele der Finanzen nur Zwischenhalt machen bei uns. Manchmal unterstützen wir nur im Kleinen, aber sind es nicht die kleinen Dinge die einen grossen Unterschied machen können? Beispielsweise ein paar neue Schuhe, oder eine gute warme Jacke für den Winter…

Oft folgt die Frage wie es uns geht. Eine schwierige Frage. Der Temperatursturz ist überwunden, ein leichter Schnupfen grüsste jedes Familienmitglied, Yinon etwas heftiger, doch bereits sind alle wieder gut Genesen oder auf dem Weg dazu. Wir geniessen einen „normalen“ Alltag, wenn auch „normal“ neu interpretiert werden musste. Jerusalem ist eher eine „Bombensichere“ statt. Nicht allzu viele Raketen schaffen es tatsächlich bis zu uns. Und die letzte wurde falsch berechnet, es gab überall Alarm, nicht bei uns. Ist es recht zu sagen, es ist ein Wunder wurden wir bewahrt? Die Bombe schlug in Betlehem ein. Ich nehme an, es gab Tote auf seiten der palästinensischen Bevölkerung…

Ein weiteres Dilemma. Lesen wir die Bibel wird schnell und deutlich ersichtlich wer sich Israel nicht unterordnet solange das Volk auf Gottes Wegen bleibt, hat keine Chance. Der Herr der Herrscharen (ein anderes Wort für Gott) selbst stellt sich auf die Seite SEINES VOLKES. Warum? Wenn Israel sich an die Ordnungen der Bibel haltet herrscht Gerechtigkeit. Wer sich dem Volk unterordnet, dem sollte es Wohlergehen.  An dem Volk Israel werden wir erkennen dass es nur ein Gott gibt. Es gibt einige Statemants von mutigen muslimischen Arabern die Zeugnis ablegen. Erzählen wie gut es ihnen in ihrer Kindeheit erging, dass sie alle Rechte geniessen die ein Israeli auch hat. Es ist eine Mitzwa, ein Gebot, den Menschen und das Leben als das höchste Gut zu betrachten und Leben mit allen Mitteln zu schützen. Deshalb war es den Israelis Wert einen einzigen ihrer Soldaten gegen tausend kriminelle gefangene Palästinenser einzutauschen.

Ich bin in einer humanistischen Welt aufgewachsen. Zwar sind mir Regeln und Ordnungen nicht fremd, unser Zuhause war eher konservativ. Doch zu akzeptieren, dass Hamas sich aufgrund der Rebellion gegen den Gott Israels gerade selbst vernichtet und mit ihnen alle Gazabewohner die in ihren Herzen Israel vernichten wollen, selbst wenn sie nicht Hamas unterstützen, das ist schwer zu kauen. Jeder Mensch wählt selbst. Es ist die Ordnung des Vaters, wer sein Volk flucht wird geblendet sein und die Wahrheit nicht erkennen. Der Westen wird noch staunen darüber, was sie durch ihre Rebellion ihrem eigenen Land antun. Aber wie ist so eine Denkweise auszuhalten? Mit dem Faktor Gnade. Während im Alten Testament Gnade nur durch ein Sühnopfer erhalten wurde, haben wir dank Yeshua als vollständiges und vollkommenes Opfer Gnade umsonst und jederzeit. So ist es möglich für Umkehr zu bitten. Umkehr einzelner Seelen, Häuser, Dörfer, Städte oder gar ganzer Länder. Deshalb fordern wir auf, für Israel zu bitten und für Araber – egal welcher Herkunft – einzustehen. Es gibt viele ermutigende Zeugnise von Arabern die eine lebendige Begegnung mit Yeshua hatten und ihn als den Messias, den Sohn Gottes und versprochenen Retter erkannten. Mit dieser Erkenntnis die Schlussfolgerung, er ist Jude, er ist von Israel. Und der Hass verfliegt. Ist das nicht unglaublich? Erste Anzeichen davon sehen wir nun im Gaza.

Ich hatte zu Beginn des Kriegs ein Bild. Ganz Gaza stand unter einer Feuerwolke. Ein Feuer wie ich es mir bei Moses Dornbusch vorstelle. Es ist gewaltig und doch bringt es nichts zu schaden. Es ist heilig. Und dann sah ich Palästinenser, die sich diesem Feuer beugten, unterwarfen und gerettet wurden und Palästinenser die ihren Hass aufrecht behielten und somit sich selbst richteten. Sie überlebten nicht. Es gab ganz wenige Israelis in Gaza und die durften dieser Tatsache zuschauen.       Verblüffend an dieser Vision ist, mein Mann erzählte mir vor zwei drei Tagen, es wären einige Hamas Mitglieder mit erhobenen Händen auf die Israelis zugegangen. Sie habe sich ergeben. Gefangene Palästinenser die sich weigern das israelische Gefängnis zu verlassen. Die sich nicht eintauschen lassen. Ein Gerücht, dass sich bisher nicht bestätigen liess, aber ich hier trotzdem niederschreibe weil ich daran glauben möchte, dass eine Art Erweckung unter den palästinensischen Flüchtlingen im Süden Gaza passiert. Wer den Herrn im Herzen hat kann Israel nicht hassen. Denn die Bibel sagt klar und deutlich,

1 Joh 4,20

Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott!, aber seinen Bruder hasst, ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht.

 

Israel ist unser grosser Bruder. Wir können viel von ihm lernen.

Ein letzter Punkt ist die widerkehrende Bemerkung vieler gläubiger Menschen; es ist in Ordnung Israels Politik zu kritisieren. Da ecke ich weiterhin an. Entweder habe ich in der Schule verpasst, welche Länder sich alle ins Geschehen der Schweizer Politik einmischen, oder aber es findet tatsächlich nicht statt. So viele Missstände in Nordkorea, Russland, Indien, China, Sudan um nur einige zu nennen. Wo sind da die Stimmen, die Politiker und Landesoberhäupter zurechtweisen und mit Rat und Tat zur Seite stehen? Sind wir tatsächlich berechtigt Israel in irgendeiner Weise zu kritisieren? Jesaja 43 – 45 ist eine Liebeshymne von Elohim zu seinem Volk. Keine Mutter der Welt vermag diese Liebe nur ansatzweise ihrem Kind weitergeben. Unmissverständlich sind die Worte, dass sein Volk voller Sünde ist. Und dass er ihnen nicht zur Seite steht wegen ihrem Verdienst. Sondern um seines Namens Willen. Doch aus seiner Liebe heraus heisst es, er wird ihre Sünden wegwaschen. Einfach wegwaschen. Unverdiente Gnade. Wenn der Herr selbst ihnen ihre Sünden nicht anrechnet, was haben wir da noch zu kritisieren? Vielmehr sollte unser Gebet sein: „Herr, deine Liebe für dein Volk wovon ich Teil sein darf, lege diese Liebe in mein Herz. Vervollständige diese Liebe in mir. Danke dass du mich so sehr liebst.“

Aus tiefestem Herzen und über alle Massen dankbar, eure Marianne aus Jerusalem