Sinnvoll

Liebe Glaubensgeschwister, liebe Sinn des Lebens Suchende,

Eine neue Offenbarung einer Bibelstelle die ich bislang nie verstanden habe. Prüfe und Bete. Das Gute behalte.

Matthäus 20,1-16 lesen wir das Gleichnis von der göttlichen Königsherrschaft hier auf Erden. Lies doch die Geschichte durch, in 5Minuten ist das geschafft.

Ganz schön unfair. Fand ich jedenfalls. Bis mir Erkenntnis geschenkt wurde, was denn der tiefere Sinn ist. Es gilt einige Synonyme zu verstehen; 12h Arbeitstag meint ein Leben eines Menschen. Der Garten oder auch Rebberg ist das Reich von Elohim hier auf Erden. Sein Wirkungsbereich. Der Denar entspricht dem Lohn, die Ewigkeit im Himmel verbringen zu dürfen.

Sehen wir uns die Charakteren der Mitarbeiter an. Bereits von der ersten Stunde weg dürfen Arbeiter im Rebberg tätig sein. Die Arbeiter sind sich der bevorstehenden Mühsal des Tages bewusst. Ihre Werke sollen belohnt werden. Es wird ein Preis ausgehandelt. Um die 3., 6. und 9. Stunde wird nochmals ausgeschickt, weitere Arbeiter sollen angestellt werden. Arbeitslose die müssig dastehen. Faul. Träge. Untätig. Die Arbeiter hatten bereits Gelegenheit sich von anderen Arbeitgebern anstellen zu lassen, ihre Zeit zu nutzen was sie als Sinnvoll erachteten. Problem; keine Anstellung, kein Lohn, kein Sinn. Somit unterscheiden sich diese Angestellten von den Ersten. Sie wissen, es ist Gnade im Rebberg arbeiten zu dürfen. Was immer der Meister meint an Lohn auszuzahlen, sie vertrauen ihm wenn er sagt; „Was recht ist werde ich euch geben.“ Die Verhandlung bleibt aus. Kommen wir zur letzten Gruppe. Eine Stunde vor Feierabend. Wer braucht da noch Arbeiter?

Wir wohnen sehr nahe an arabisch bewohnten Dörfer. Es gibt eine Ecke zur Autobahn hin da stehen sie, liegen sie, sitzen sie, warten sie. Müssig. Kräftige arabische Arbeitslose. Einsatzfähige Männer. Wenn am Abend auf dem Nachhauseweg immer noch welche wartend dort stehen könnte es einem das Herz zerreissen. Denn so viele Wohlstandspalästinenser es bei uns gibt, diejenigen die an dieser Ecke stehen sind es sicherlich nicht. Haben aber vermutlich eine Familie zuhause.

Nun kommt in letzter Stunde der Arbeitsgeber selbst und sagt, es wäre Platz für noch weitere Arbeiter. Was für ein Glück, was für eine Hoffnung. Es wird nicht einmal mehr über den Preis gesprochen. Ist es der Wert des gebraucht werdens selbst, der die Diskussion über Belohnung überflüssig macht? Es steht geschrieben, niemand wollte sie. Nun ist da einer, der hat sie gesehen. Der hat sie als fähig erachtet. Hat sie gewürdigt indem er ihnen Arbeit verschaffen hat, auch nur für eine Stunde. Das Leben macht für eine Stunde Sinn.

Es geht an die Bezahlung. Vermutlich komplett überrascht und überfordert nehmen die zuletzt Angekommenen als erstes einen ganzen Denar entgegen. Den vollen Lohn. Warum? Gnade. Wir verstehen das Wort Gnade nur durch eben genau dieses Beispiel. Das Himmelreich gibt es nicht nur zu einem Viertel. Entweder du warst Arbeiter im Rebberg Gottes oder nicht. So ist es doch eigentlich überraschend dass die Ersten ihren Teil verachten. Sie wollen mehr. Doch es gibt nicht mehr als das Himmelreich. Anstelle der Dankbarkeit, ein Leben sinnvoll geführt und für das Richtige gelebt zu haben bemängeln sie die Lasten des Tages und die Hitze. Die Unbequemlichkeiten die ein Tag so mit sich bringt. Vergessen ist die Tatsache WO sie arbeiten durften. DASS sie arbeiten durften.

Dieses Gleichniss erinnert mich sehr an die Geschichte mit den zwei Söhnen. (Nachzulesen im Lukas 15, 11-32) Der eine Sohn geht, verbringt ein ausgelassenes sinnloses Leben, kommt am Tiefpunkt seines Lebens zur Reue und  kehrt in voller Demut zu seinem Vater zurück im Wissen, ich bin es nicht Wert seinen Sohn zu sein. Ich bin nicht mehr Wert als ein Sklave. Er kommt nach Hause und wird freudig in voller Gnade als Sohn von seinem Vater empfangen. Im Gegensatz dazu steht der ältere Bruder. Im stetigen Gehorsam dem Vater gegenüber. Nie verlässt er Hab und Gut. Ein treuer Sohn. Seine ganze Kraft, seine Leistung hat er in das Reich seines Vaters investiert.  Seine reaktion gleicht derjenigen, der ersten Arbeitern. Er versteht nicht, warum seinem Bruder so viel Gnade zusteht. Ein innerer Konflikt, das Gefühl an zweiter Stelle zu stehen. Über den Tisch gezogen zu werden.

Dieses Gleichnis stimmt mich sehr Nachdenklich. Ich fühle mich ertappt bei dem Gefühl, es muss sich doch lohnen. Was ich tue, was ich bin, für was ich meine Mühsal und Bedrängungen aushalte, alles muss sich lohnen. Muss einen Wert daraus resultieren. Die Angst, zu kurz zu kommen. Die Belohnung für „schlechte“ Menschen besser ausfällt als für mich, die ich mich bemühe treu nach der Bibel zu leben. Die Schwierigkeit Gnade nicht erarbeiten zu können. Mit dem Paradox dass selbst meine Leistung vom himmlischen Vater abhängig sind. Denn es steht im Johannes 3, 27; Ein Mensch kann nichts empfangen, auch nicht eins, es sei ihm denn aus dem Himmel gegeben.

Dieses wunderbare Rebberg-Erlebnis hilft mir zu verstehen, wie es in meinem inneren Herzen aussieht. Schon als Kind ein Nachfolger von Yeshua, mehr oder weniger immer an ihm haltend meine 35Jahre hinter mich gebracht. Wissend, alles ist von seiner Gnade abhängig. Ohne ihn kann ich nichts, bin ich nichts. Mit ihm hingegen alles. Ein Wissen, dass so lange im Kopf hängen bleibt, bis mein Stolz gebrochen ist. Aufhöre Sein und Können und Leistung als Selbstgerechtigkeit über die Gnade zu stellen. Einfach annehmen wie sehr der Herr mich liebt. Er stellt keine Leistungsansprüche. Er spricht nicht über Qualität der Arbeit noch über den Fleiss der Arbeiter.

Der Durchbruch das mein Wissen ins Herz gerutscht ist stelle ich dann fest, wenn es ok ist der Gesellschaft und ihren Vorgaben nicht gerecht zu werden. Ich meinem Mann und meinen Kindern ohne Murren aber in voller liebe dienen kann. Auch wenn da kein Lohn zu erwarten ist. Zu Vertrauen dass der Herr mein Lohn und Belohner ist… und ich mich ohne Neid und Frust mit denjenigen Freuen kann die weniger Lang im Glauben sind, aber in voller Kraft den Himmel auf die Erde holen.

Seid gesegnet aus Jerusalem, Marianne