Gebrutzelt

Wir feiern den 3 Chanukkatag und werden heute Abend die vierte Kerze entzünden. Dabei erinnern wir uns an die Geschichte der mutigen Makkabäer die durch Gottes Hilfe einen Kampf gewonnen haben, der mit menschlichen Kräften nicht zu schaffen gewesen wäre. Die Geschichte könnte aktueller nicht sein. 

Während dazumal Antijochus den Tempel geplündert, zerstört und entheiligt hat, konnte dieser wieder aufgebaut, gereinigt und in Betrieb genommen werden. Das Problem; ein kleines versiegeltes Fläschen geweihtes Öl war das Einzige dass bei der Plünderung übrig geblieben ist. Geweihtes Öl herzustellen würde weitere acht Tage brauchen. Das Wunder ist offensichtlich. Eine Tagesration Öl reichte aus, die Kerzen des siebenarmigen Leuchters acht Tage brennen zu lassen.

Im Verlauf der Zeit haben sich Traditionen und Handlungen eingeschlichen die so nicht im Buch der Makkabäer stehen. Fakt ist, in Johannes 10,22 lesen wir, dass selbst Yeshua während dem Lichterfest – Chanukka im Tempel war. Da kein Tempel in gebauter Form mehr da ist, hat sich das Fest in den eigenen vier Wänden manifestiert. Egal wie gefeiert wird; die Geschichte und somit der Kern des Festes bleibt dieselbe.

Ein Brauch während Chanukka ist es Beispielsweise, Dinge in Öl frittieren. Ungesund aber lecker. Überdosis Berliner, Krapfen oder auf hebräisch Sufgania grantiert. Heute habe ich Frühlingsrollen ausgebacken. Und während diese so vor sich hin brutzelten dachte ich darüber nach, wie schön diese Tätigkeit ist. Das Öl erinnert an den Leuchter im Tempel. Und es erinnert an den Heiligen Geist. Nur das kostbarste und beste Öl wurde für diese Leuchter verwendet, während herkömmliches Lampenöl bis zum heutigen Tag eher ein Abfallprodukt ist. So dachte ich, wow, ich will auch so eine Frühlingsrolle sein. Komplett durchgebrutzelt vom Heiligen Geist. Gebadet im frischen Öl, ohne komischen Nachgeschmack, lustvoll reinzubeissen und Gutes zu erwarten.

Meine Gedanken gingen weiter, voller Freude über dieses Sinnbild. Dank dem Öl kriege ich (als Frühlingsrolle) die perfekte Farbe, das Öl ist nicht mehr wegzukriegen. Es ist durch und durch in mir. So will ich tatsächlich als Mensch den Heiligen Geist in mir haben. Von aussen bereits ersichtlich. Was geschieht dann? Nun, wer Öl mag, wird sich freuen und vielleicht mit mir eine Brutzel-Party halten. Es gibt auch diejenigen die verachtend auf „in Öl frittiertes“ reagieren. Nicht umsonst heisst es in der Bibel, wir werden gehasst werden wegen dem Namen Yeshua. Ist es also unser unattracktives Aussehen? Im Gegenteil. Sie mögen den Glanz des Fettes nicht an unserer knusprigen Aussenseite. Sie fürchten sich davor. Denn die Gesellschaft warnt vor Fett = dick = krank = tod. (Verlassen wir die geistliche Perspektive bin ich für ausgewogen und wenig frittiertes. Wichtig; wir segnen die Lebensmittel und vertrauen dem, der uns versorgt.) Zurück zu meinem Sinnbild; Menschen wollen Alternativen. Lange Zeit machten die Ofen-Frites den frittierten Frites konkurrenz. Mangelhaft.  Die Entwicklung lässt sich nicht stoppen. Heissluft ist im Trend. Das Resultat verblüffend. Wer den Geschmack der in Öl frittierten Frittes nicht kennt, versteht nicht, dass es eben nur heisse Luft ist. Absolut vergleichbar mit der Welt. Immer attracktiver, verwirrender, verführerischer. Wohl dem, der einen dicken Mantel reinsten Öls um sich hat. Und nie vergisst, wie kostbar das Öl ist.

(Nein, ich bin nicht gegen Heissluftfrittieren… =))

Ich wünsche von ganzem Herzen eine heisse Brutzelparty eines jeden Herzens das sich nach Yeshua dem Messias ausrichtet. Seid gesegnet, aus Jerusalem, Marianne