Spitzbuben

Zu gerne würde ich an dieser Stelle ein Anekdötchen unserer zwei Spitzbuben platzieren. Nun folgt jedoch die tragische Geschichte eines Laienbackprofis- der die leidvolle Erfahrung macht, alles wieder von Neuem zu erlernen….natürlich beruht die Geschichte auf wahren Begebenheiten.

Die weihnachtliche Guetzlisaison steht vor der Tür. Neue Heimat, neue Prioritäten. Weihnachten dauert dieses Jahr nur einen Abend. Meine gezogenen Konsequenzen – anstelle der üblichen 10-13 Sorten Guetzli fällt die Wahl auf Mailänderli, Zimtsterne, Spitzuben und Kokosmakkaronen.

Einen kurzen Moment später spaziert Schweizer super Mama mit zwei kleinen Kindern gemütlich durch die Gänge des Supermarktes. Die Suche nach Puderzucker ist vergebens, dafür ist die Auswahl an Butter etwas grösser. Der Butter mit der roten Verpackung und den darauf abgebildeten Spitzbuben scheint der Richtige für meine Backware zu sein. Marmelade, etwas Zitrone, gemahlene Mandeln (gemahlene Haselnüsse sind nur sehr schwer erhältlich, nicht gemahlen sind sie kostspielig), Eier und der Einkauf ist erledigt.

Zuhause lege ich meine Errungenschaften aus. Beginnen wir mit den Spitzbuben; 125g Butter steht auf dem Rezept. Ich öffne also die rote Verpackung. Vor mir liegt Margarine, so wie ich sie von der Schnupperlehre in der Bäckerei kenne. Weiss, geschmacksfrei, vegan. Diese Weihnachten liegen meine Guetzli also voll im Trend. Kaum sind Deckeli und Bödeli etwas abgekühlt, werden sie mit einem Beerengelee aufgepimpt. Natürlich ist die Verkostung ein muss. Enttäuschenderweise hat mein Ergebnis nichts mit den zartschmelzenden und wohlriechenden Spitzbuben, gefüllt mit einer schmackhaften Marmelade, zu tun. Stattdessen habe ich Sand zwischen den Zähnen. Der Beerengelee, bestehend aus Aromastoffen, Zucker und Farbstoffen, schmeckt ebenfalls eher interessant. Himbeerchen, Bromberchen und Waldbeerchen haben es lediglich als Bild aufs Etikett geschafft. Vermutlich reifen sie noch. Fazit; aussen Wow – innen supergau.

Mama muss noch ein bisschen üben….auf ein nächstes Jahr!