Seele baumeln lassen

Die Seele baumeln lassen

Nach mehr als 6 Wochen andauernder Krankheit der Kinder, entschliessen wir uns Richtung Süden einen Ausflug zu starten. Die Kinder lieben die Wüste. So ist das Ziel schnell beschlossen. Ein Gedi – Nationalpark ist mit unserer Familienkarte der perfekte Aufenthaltsort um ein wenig zu sein und geniessen. Einen Moment später sitzen wir also in unserem Auto. (Ja, wir haben tatsächlich ein eigenes Auto. Blog dazu folgt…) Auf dem Weg begegnen uns Ziegenherden, Schafe, Dromedare und Esel. Die Beduinen sind wieder da. Während im Sommer die Wüstenwanderer bitter um das Leben ihrer Tiere kämpfen da sie kaum genügend Futter finden, bietet der Winter saftige Weiden und Wasserstellen vor Ort. Ein wunderbarer Anblick. Wie eine weiss gezuckerte Landschaft die Schweizer erfreut, so hüpft das Drusenherz, wenn es diesen Hauch von grün in den Täler und Berglandschaften sieht. Die Fahrt geht weiter, vorbei an Plantagen mit unzähligen Palmen, ein Kibbuz hier, ein Wüstencamp da, Steinwüste in faszinierender Art und Weise, weiter immer weiter, bis zum toten Meer. Die Temperatur steigt an, es zeigt 22°C. Eineinhalb Stunden später stehen wir auf dem Parkplatz, unser Ziel ist erreicht.

Wir steigen aus, bepackt mit Rückentrage, Rucksack und Tragtuch machen wir uns auf zum ersten Wasserfall. Ein Gedi ist ein begehrter Ausflugsort für Jung und Alt. Die Wasserfälle, Bächlein, Höhlen und Bänkli laden zum Verweilen ein. In der Bibel lesen wir die Geschichte von König David, welcher sich vor seiner Krönung verstecken musste vor König Saul. Gemäss den Studierten spielte sich dies im Gebiet Ein Gedi ab. Wir sitzen da bei einem Wasserfall. Mitten zwischen gigantischen Bergspitzen und dem plätschern des Wassers empfinde ich tatsächlich etwas wie Geborgenheit. Die Vorstellung ist einfach, sich hier optimal verstecken zu können. Es gibt weiterhin duzend Höhlen, frisches Wasser, einen fantastischen Ausblick aufs tote Meer und das Geschehen, während der Untenstehende nicht im geringsten erahnt, was/wer sich oben verbirgt. So geniessen wir also bei frischer Meeresluft die Stille, therapieren unsere erkälteten Kinder in der salzhaltigen Atmosphäre, hören die Geschichte von König David, stärken uns mit Papas selbst gebackenen Fladenbroten, getrockneten Aprikosen, Mandeln und Äpfel und vergessen Raum und Zeit. Eine Wärterin mahnt uns, wir müssen aufbrechen bevor die Sonne untergeht.  

Wie sehr haben wir gehofft, die Steinböcke anzutreffen. Nach einem Stossgebet zum Himmel nehmen wir den Rückweg in Angriff. Kurz vor Ausgang die Überraschung. Bei Eintritt wurden wir von Klippdachsen begrüsst. Nun verabschieden uns zig Steinböcke. Die Freude ist gross, das Schauspiel erstaunlich. Einen Moment lang ist unklar, wer die Attraktion ist. Wir stehen den majestätisch gehörnten Vierbeinern gegenüber. Gegenseitiges Bestaunen. Da wir von einem anderen Aufenthalt her diese Begegnung schon kannten, war uns klar, dieses Zusammentreffen ist ungefährlich. Doch aufs neue immer wieder faszinierend. Irgendwann entscheiden sich die Böcklein weiter zu gehen. Wir steuern den Ausgang an. Bei herrlichem Sonnenuntergang fahren wir nach Hause. Ein Zwischenstopp für ein Eis, weiter, Nachtessen, Bett, Blog und somit den wundervollen Tag nochmals revue passieren lassen.