Schulsystem

Es ist wieder soweit.  Yaron ist für die 1.Klasse angemeldet. Yaira kommt in das letzte Kindergartenjahr und Yinon startet seine drei jährige Kindergartenkarriere. So bin ich ab Sommer bereits all meine Kinder los… (*Schluchz*)

Bevor wir nach Israel gereist sind, hörten wir sehr wenig ermutigendes bezüglich den Schulen. Angsteinflössende Geschichten von ungezogenen Kindern, missratenen Schulsystemen oder schlechten Lehrern waren Anlass genug, bei der Wahl der Schule sehr sorgfältig vorzugehen. Mit der ernüchternden Erkenntnis, wir kennen das Lehrsystem nicht, wir kennen die Schule nicht, wir kennen die Lehrer/innen nicht… wir wissen überhaupt gar nichts. Mein Gebet an Elohim, mein Schöpfergott war, bitte lenke uns zur richtigen Schule. So kam es, dass wir Yahel mit ihrer besten Kindergartenfreundin in die Schule schickten. Eine religiös-staatlich Schule. Yahel absolvierte ein gutes erstes Jahr. Nichts an dieser Schule wäre negativ zu beurteilen gewesen. Während der Zeit des Fernunterrichts lernten wir jedoch den eigentlichen Wert dieser Schule kennen. Und dieser Schatz möchte ich mit euch teilen. Einige Vorurteile die wir nicht bestätigen können sind folgende; 

süsse Zweitklässlerin
Schule feiert Purim

Jede Schule hat ihr eigenes System. Es gibt keine Vorgaben vom Staat. Dies ist nur bedingt richtig. Fächer wie Hebräisch, Rechnen und Wissenschaft ist in jeder staatlichen Schule priorität. Unterschiede finden sich bei den Nebenfächer. So hat Yahel zum Beispiel bereits ab der 1.Klasse Englisch. Während in einer anderen Schule Arabisch vor Englisch kommt. 

Yahels Schule ist sehr breitgefächert. Flötenunterricht in der zweiten und dritten Klasse eine fix eingeplante Stunde pro Woche. Theater, Musik und Flöte sind mit drei unterschiedlichen Lehrpersonen besetzt. Erst durch den Fernunterricht haben wir gelernt die Unterschiede dieser drei Fächer zu verstehen. 

 

Hebräisch Heft 2.Klasse
Karantäne

Ein weiteres Vorurteil; unerzogenen Zöglinge. Wir schätzen die Herzlichkeit gegenüber Kinder sehr. Höflichkeitsform in der Umgangssprache gibt es nicht. Umarmungen, Geschenke und überschwengliches Lob für jedes Kind ganz persönlich gehören zum Alltag. Unsere Kinder wachsen also in einem sehr behüteten Umfeld auf. Die Kehrseite jedoch ist tatsächlich, dass Kinder keinen Respekt gegenüber Erwachsenen zeigen. Besonders Kinder in schwierigen Familienverhältnissen neigen zu anstandslosen Verhalten. So gibt es während Zoom Meetings unverfrorenes Zunge raus strecken, unangemessene Kleider (Turnen im Bikini), Bildschirm verunstalten, ect., mit dem Ergebnis den Unterrichtsablauf mühsam zu verlangsamen. Es gilt aber zu sagen, dass dies einige wenige sind. Und die Schule reagiert sehr erstaunlich auf „herausfordernde Fälle“. Fernunterricht zeigt uns, mit welcher Engelsgeduld die Fachkräfte unterrichten. Gerade Yahels Klassenlehrerin scheint nichts und niemand aus der Ruhe zu bringen. Ein mahnendes Wort an ein Kind gerichtet, kann sie beim nächsten Kind schon wieder über dessen unerwartete Antwort lachen. Eine goldene Perle in der Schullandschaft. Doch nebst dieser ausgeprägten Geduld, gibt es weitere Vorzüge zu berichten. 

Klare Konsequenzen für diejenigen, die sich nicht am Unterricht beteiligen möchten. Bis hin, das die Schulleitung die Mutter anruft, um ihr Kind SOFORT von der Schule abzuholen. Die Grundhaltung der Schule ist jedoch viel mehr, Kinder zu fördern die eben Spass haben am Unterricht und sich beteiligen. Yahel liebt die Schule. Und dies spiegelt sich an Feedbacks der Lehrerschaft wieder. So wird sie in erster Linie nicht gelobt für ihr Können, als vielmehr für ihr Verhalten. Ein Sticker auf dem T-Shirt deutet an, was bald wieder auf einem Bewertungsblatt stehen wird. Yahel hat einmal mehr zugehört und toll mitgemacht. So dürfen Kinder, die sich bemühen, extra Lektionen geniessen. In Yahels Fall bedeutet dies, die Teilnahme am Schulchor (dieser ist wegen Covid gerade Inaktiv), eine extra Lektion Turnen nach der Schule (mit weiteren 5 Kinder ihrer Klasse die unter Sparte „anständig“, „gehorsam“ oder „sehr talentiert“ gehen) und besondere Förderung in Englisch, wegen ausgeprägter Sprachbegabung. Alle diese Zusatzfächer sind freiwillig und gelten als Belohnung. Gleichzeitig denke ich, kann es ein Anreiz sein für diejenigen, die eben eher unwillig die Schule besuchen. 

Hausaufgaben draussen; - finde Mandelbaum
Mathe Heft, sehr bunt

Als kleine Randnotiz. Die Situation in einer Klasse ist folgende. 30-35Schüler auf ein/e Lehrer/in. Yahels Klasse zählt „nur“ 28Kinder. Gestartet sind sie jedoch auch mit 30. 

Anfangs der 1.Klasse wurde nur mit Mikrophon (Had-Set) unterrichtet. In der zweiten KLasse zeigt sich dafür keine Notwendigkeit mehr.

Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit der Wahl der Schule. Toda laEl (Danke Gott)