SABTA

Die Vorbereitungen für Schule und Kindergarten sind fast geschafft. Es gilt noch ein zwölf seitiges Formular für Yaron und ein weniger ausführliches für Yaira auszufüllen. Abendteuerlicherweise auf Hebräisch. 

Hinter uns liegt ein Einkaufsmarathon für Yahels Schulmaterial, Brotböxli mit Trinkflaschen für alle drei Grossen und der Elternabend von Yaron. Mangels Kinderhütedienst wagte ich den Schritt, den Abend alleine zu meistern. Eine grosse Gabe von mir – SABTA. (Sicheres Auftreten bei totaler Ahnungslosigkeit.) 

 

Mein eigentlicher Strohhalm, der deutschsprechende Vater, blieb diesem Anlass fern. Weitere Bekannte, englisch und französisch sprechende Eltern, ebenfalls. Es galt; Augen auf, Ohren spitzen, beobachten, mutig sein… Es setzte sich ein junges Paar neben mich, dessen Kind neu zum Kindergarten dazu kommt. Französisch sprechend. Perfekt. Vorgängig habe ich (google Translate sei Dank) die vorliegenden Blätter kopiert und übersetzt. Mit meinem pünkltichen Erscheinen war ich selbstverständlich zu früh und hatte genügend Zeit für solches. Für die Transliteration des Gesprochenen fragte ich meine Sitznachbarin. Sie willigte ein.

Kurz darauf sass ich inmitten gestikulierenden und diskutierenden Teilnehmenden. Ein Durcheinander. Verspätete, die selbstverständlich längst Ausdiskutiertes wieder in Frage stellten. Meine Aufgabe in diesem Geplapper; den Moment nicht zu verpassen. Zu beobachten und mitzuverfolgen, wann was wichtig sein würde für mich und somit für Yarons Zukunft.  Alles übersetzten zu lassen wäre schlicht zu viel verlangt gewesen. Thema Essen. Mein Stichwort. Kosher. Ich hob die Hand. Stille. Alle Augen auf mich gerichtet. Ich liess meine auserkorene Dolmetscherin fragen, wie es sich verhält, wenn Eltern essen mitbringen sollen. Muss das Kosher sein? (s.dazu Blogg Kosher) Allgemeine Überforderung der Befragten. Irgendwie schon, aber doch nicht so streng.  Ich liess ergänzen, dass ich die Basis des Gesetztes kenne. Ich mixe kein Fleisch mit Milch, entsprechend backe ich nur mit pflanzlichem Geliermittel. Unsere israelische Essgewohnheit ist frei von Schweinefleisch. Aber unsere Küche an und für sich ist nicht kosher. Wir benutzen dasselbe Geschirr für Fleisch, als auch für Milch.

 

Nach dieser Erklärung erleichtertes Aufatmen. Das genüge total. Ab sofort gelte ich als Kosher-tauglich. Selbstverständlich nur in sekulären Kreisen. Einen Seitenhieb der Nachbarin mit dem Ellbogen. „Du bist ja schlimmer wie wir“, meint sie schmunzelnd. Schlimm? Durchaus ist die totale Einhaltung dieses Kosher-Gesetztes äusserst knechtend. Nur wenn Freunde unserer Kinder bei uns essen und es mich nicht einschränkt, (denn auch wir geniessen mal ein „Rahmgschnätzlets“ und Gummibärli) berücksichtigen wir die minimalste Form des Kosher!

 

Und weiter gehts mit Informationen und Diskusionen. Drei Dinge, die wirklich relevant für mich waren. Geklärt  in zwei Stunden.  1.Essen, 2.die Gruppe wächst von 17 auf 29 Kinder, 3.Claudine (Chef) fehlt wegen Mutterschaft zwei Tage und nicht wie vergangenes Jahr nur einen Tag. Dafür gibt es neue Helferinnen. Also die Kindern werden jeden Tag von 4 Erwachsenen (eine davon die Kindergärtnerin) betreut.

 

Vor uns liegt nun der Kennenlernabend für Yahel und auch Yaira darf für eine Stunde Kindergartenluft schnuppern. Yinon feiert seinen ersten Geburtstag mit der dazugehörigen Jahreskontrolle und einer Impfung. Mit Yaron müssen wir aufs Passamt. Mit den zwei Jungs noch zum Urologen wegen einer angeborenen Anomalie, Details möchte ich nicht erwähnen. Die Woche wird im Nu vorbei sein. Ich wünsche trotzdem von Herzen Shabbat Shalom und Shavua tov!!