Reise Teil 4

Reise nach Israel - Teil 4

Kaum aus dem Flugzeug gestiegen, erwarten wir den Flughafenassistenten. Da stehen ca. sechs bis sieben Männer mit Leuchtwesten. Alle in einer Reihe, wartend auf… ja was eigentlich?? In Windeseile setzen wir den Kinderwagen zusammen, Handgepäck unter den Wagen, lose Jacken und Kleidungsstücke in den Wagen und was übrig bleibt findet auf dem Wagen platz. Yinon klebt an mir, festgehalten vom Tragetuch. Die Kinder platzieren sich auf ihren JetKids. Da bewegt sich auf einmal eines dieser Glühwürmchen und fragt in schlechtem Englisch; „Can I help you?“ Vermutlich war dies unser gewünschter Assistent. Doch sein Angebot zu helfen war genau so unbeholfen wie sein Englisch und seine ganze Art. Also verstehen wir ausnahmsweise kein Englisch und spurten an ihm vorbei. Ich den Wagen stossend mit der linken Hand, mit der Rechten im Schlepptau den JetKids mit Yaira. Pascal übernimmt die anderen Beiden und das administrative Material. Oben beim Terminal angelangt wartet eine Dame, die gerne unsere Tickets identifizieren möchte. Sechs in der Anzahl scheint diese gute Frau aber dann doch eher zu überfordern. Meine Nerven sind auch überfordert. Ich habe ihr ja erst drei mal erklärt, wem welches Ticket zuzuordnen ist mit Namen. Beim 4-ten mal reisst dann der Geduldsfaden. Etwas unsanft nehme ich ihr diese Papiere weg, drücke jedem Kind einen dieser Scheine in die Hand, eines für mich und eines für Pascal. Sie lässt sich überzeugen, beschreibt uns den Weg und meint; „Sie haben nicht viel Zeit, bitte beeilen sie sich.“ Herzlichen Dank, das hätten wir beinahe vergessen.

So springen wir also diesem beschriebenen A-Weg entlang. Doch irgendwann ist kein A mehr ersichtlich. Eine Polizistin fragt, was wir suchen und erklärt uns dann netterweise, dass wir den normalen Ausgang nehmen müssen um dann wie alle Fluggäste quasi nochmals die Passkontrolle und die Gepäcks- und Personenkontrolle passieren zu können. (Non-Schengen lässt grüssen) Kein Problem, der Ausgang liegt ja nur ca. 300m hinter uns. Wir kehren um, nehmen den Ausgang, wieder den Eingang zur Passkontrolle. Dort sind sie jedoch gut vorbereitet auf Gäste wie uns. Eine weitere Dame nimmt uns in Empfang, bringt uns zu einer „Fastline“, vorbei an allen Leuten und setzt uns dann bei einem Häuschen ab. Der Kontrolleuer scheint entweder seine Arbeit nicht allzu genau zu nehmen oder aber hat verbarmen mit uns. Jedenfalls hatten wir noch nie die Pässe so schnell retour bekommen.

Weiter gehts zur nächsten Kontrolle. Auch hier werden wir direkt an ein nicht besetztes Band geführt. Das Procedere haben wir in Zürich geübt. Nun sitzt jeder Handgriff. Gepäck in Einzelteile zerlegen, Kinderwagen Dito, Kinder durch die Kontrolle und auf der anderen Seite wieder alles zusammen packen. Doch was haben wir in der Hitze des Gefechts vergessen?? Natürlich die Wasserflaschen unserer Kinder auszuleeren… Was sein muss, muss sein. Da kennen auch die Griechen kein Pardon. Also wird in aller Gemütlichkeit getestet, was gefährliches diese verrückte Familie mit sich herumschleppt. Dieser Augenblick wird voll ausgekostet, unsere Kinder werden von sage und schreibe 3 Frauen gleichzeitig betüdelt. Wenn wir Frauen uns doch nur angewöhnen könnten, zwei drei Tonlagen tiefer unser Entzücken kund zu tun.

Also in den Flaschen ist tatsächlich nur Wasser. Man staune. Nehmen wir unsere letzte Etappe in Angriff. Die Kontrollcrew lässt uns fast nicht gehen. Bitte ihr lieben Frauen, wir sind uns bewusst, dass wir die süssesten und erstaunlichsten, blondesten und blauäugigsten Kinder des ganzen Flughafenareals haben, doch sind wir wirklich etwas in Eile und haben weder Zeit und Lust uns zu erklären oder sonstig nette Gespräche zu führen. Und nein, sie sind auch nicht verantwortlich für die Erziehung unserer Kinder, darum geben sie mir umgehend den Schnuller zurück, den sie meinem 3-jährigen Sohn aus dem Mund gepflückt haben.

Wir geben alles an Kondition, was unser Körper her gibt. Bis zum Gate müssen wir es einfach schaffen. Die Kinder geniessen das unglaublich, so schnell unterwegs zu sein. Nur Yaira hat es bereits dreimal vom Pferd geworfen. Doch tapfer stieg sie immer wieder auf und fand immer wieder das Vertrauen in dieses Gefährt und Mama, die so unsanft zog.

Da sehen wir es, das Gate. Sie kontrollieren gar nichts mehr. Keine Tickets, keine Pässe….wir dürfen passieren und sind natürlich….die Letzten. Doch diesmal dürfen wir fast zuvorderst in der Economie Platz nehmen. Während Yaron sofort einschläft, überkommt mich eine gewaltige Müdigkeit. Etwas Schlafen, das währe schön. Damit ist aber klein Yinon nicht einverstanden, denn schliesslich ist er jetzt erst aufgewacht.