Oi wey

geschlossene Läden = mehr Zeit für Spaziergänge in 1km Umfeld

Oi wey (jdisch für Oha). Es ist 20.20Uhr. Der 3.Februar. In Kürze wird der Mond, rot vom Sandstaub in der Luft, aufsteigen. Ein wunderbares Spektakel. Die Kinder im Bett, Küche gemacht, Chaos sein gelassen, eine heisse Tasse mit frischem Pfefferminz und Ingwer ist bereit gestellt. 

 

Juni. Im Juni habe ich mir ein letztes mal Zeit genommen, meine Gedanken zu sortieren und Erlebtes nieder zu schreiben. Zwei weitere Lockdown später, (wobei der Aktuelle noch kein Ende gefunden hat) sitze ich nun am Tisch und versuche Prioritäten zu setzten, was denn wirklich auf Papier gebracht werden sollte. Was beschäftigt mich am meisten? Was könnte die Leser interessieren? 

 

Zyclamen - Winterblumen in Israel
Mandelbäume blühen als erstes

 1. Lockdown vs Nr. 3; vieles beim Alten. Es ist ein hin und her. Die Politiker entscheiden, oder entscheiden eben nicht. Die Bevölkerung ist fast stündlich bereit, Änderungen von Verhaltensregeln und neu geschaffenen Massnahmen entgegen zu nehmen und je nach eigener Einstellung, diese etwas mehr oder weniger gewissenhaft umzusetzen. Bussgebühren bei nicht Einhalten der Vorschriften sind massiv gestiegen. Weiterhin werden sekuläre Staatsbürger zur Kasse gebeten, weiterhin lässt man strengreligiöse Gebiete einfach wirken wie sie wollen, ohne Eingreifen. Polizisten die strengreligiöse Anlässe wie z.Bsp. eine Hochzeit mit 600+ Gästen versuchten aufzulösen wurden als Nazi beschimpft, mit Steinen beworfen und politisch bekommen sie kein Rückgrat. Der Triumpf des Wiederstands liest sich immer öfters als Schlagzeile. Der Rest der Bevölkerung ist weichgekocht. Sie wollen nur noch eins. Erlösung des aktuell herrschenden Zustandes. Sie wollen ihre Familien wieder sehen, Feste feiern, arbeiten dürfen, das Leben geniessen und „Gewohnheiten“ nachgehen wie Sport, Ausflüge, Spaziergänge ohne Vorgabe der max.Reichweite oder eben mal einen Kindergeburtstag ganz normal feiern, ect. 

Eine von der Politik versprochene Lösung des Problems ist die Impfung. In diversen WhatsApp – Gruppen kriege ich Fotos mit Personen die sich gerade Impfen lassen. Kommentare wie „By by Corona“ oder „Hallo Normalität“ verdeutlichen das Ausmass der Hoffnung auf eine Besserung und gleichzeitig den hohen Leidensdruck. Ich persönlich stehe sehr kritisch diesem Impfstoff gegenüber. Meine Aussage, dass für mich eine Imfpung nicht infrage käme, kostete mich sehr viel Mut. Noch ist nicht klar, ob ich deswegen in der Sportgruppe bleiben darf oder nicht. Doch für mich ist diese Reaktion nachvollziehbar, weil ich miterlebt habe und miterlebe wie sehr die Menschen hier am Limit leben. Nicht nur Finanziell, vielmehr emotional. Doch dazu mehr im Beitrag; Karantäne

Start Erdbeersaison - für gute Laune während Lockdown
Kalt aber schön - gemeinsames Znüni während Lockdown

Israel setzt alles auf eine Karte. Die Impfung. Für Lehrkräfte gilt Impfzwang. (Wobei gerade eine Oposition im Gange ist diesbezüglich.) Wir als Scheidegger Familie sitzen im gleichen Boot wie unser lieb gewonnenes Umfeld. Wir gehen mit gemischten Gefühlen der Zukunft entgegen. Unbesorgt was unser eigenes Leben betrifft, denn als bibelgläubiger Mensch hast du immer einen Rückhalt und eine uneingeschränkte Hoffnung auf das Gute. Doch die Situation des Landes fühlen und tragen wir mit. Und erst die Zeit wird weisen wie gross und in welchen Bereichen Schaden in Israel entstanden ist.