(k)ein Alltag

(k)ein Alltag

Alltag… Was ist Alltag? Ist es der gewohnte und berechenbare Ablauf eines Tages? Einer Woche? Ist es das Gestern, Heute, Morgen? Ist es die immerwährende Abfolge von 1 – 30? Meine selbstgebastelte Definition von Alltag lautet; „mal sehen, was der Tag für uns bereit hält.“

So war der letzte Mittwoch auch nicht weiter ungewöhnlich. Kaum aufgestanden, steht Mama Barfuss in der Küche auf eine ca. 4cm grosse Kakerlake. Heldenhaft entsorgt Papi Pascal dieser ungebetene Gast. Kaum haben Mann und Kinder das Haus verlassen, suche ich im Internet, was vor diesen Krablern schützt. Die Erkenntnis ist ernüchternd. Doch mehr dazu im Blog; „das grosse Krabbeln“. Es wird empfohlen die Lebensmittel in möglichst gut verschliessbaren Plastikbehältern aufzubewahren. Einige Minuten später sind Yaira, Yinon und ich bereit für den Marsch Richtung Einkaufshaus.

 

Auf dem Weg treffen wir eine Freundin. Sie hält ihren Wagen an, steigt aus, wir machen was (fast) alle Frauen machen. Schwatz, schwatz, schwatz… leider macht die Zeit keine Zwischenstopp. So reicht der Einkauf nur für die Plastikware. Die Lebensmittel müssen also am Nachmittag besorgt werden. Mit den Tüten schleppen wir uns zum nebenstehenden Gebäude. Pascal arbeitet dort. Zusammen mit ihm fahren wir nach Hause, holen auf dem Weg noch Yahel vom Kindergarten ab. Alles in der Wohnung schnell abstellen, umkehren, Treppe runter zum Nachbar in den Coiffure Salon. Die Zeit tickt. Just um 13.53Uhr sind wir einiges von unserer Haarpracht los. Schnell in der Wohnung die Autoschlüssel holen, spurt zum Auto, Yaron einsammeln. Kaum beim Kindergarten angekommen springt mir unser Sohn entgegen. Er klagt über Ohrenschmerzen. Seine erhöhte Körpertemperatur gibt Anlass mit unserer Ärztin zu telefonieren. Ab 16.00Uhr ist die Praxis für Kinder auch ohne Termin geöffnet. Wir stellen uns also auf lange Wartezeiten ein. An der einen Hand unser Patient, an der anderen Yinoni im Maxi Cosi, stehe ich an der Rezeption um uns Anzumelden. Wieder einmal der Versuch uns abzuwimmeln, wieder einmal mehr ist Beharrlichkeit gefragt. Ohne Termin und ohne Bürgerrecht gibt es für die Damen des Empfangs zu arbeiten. Daher der Versuch, uns weiter zu schicken. Ohne Termin sei es nicht möglich den Arzt zu sehen, so ihre Begründung. Mein Trumpf, das Telefonat mit unserer Ärztin mit der Aussage wir dürfen uns einfach melden. Mein zweiter Trumpf, ich kann furchtbar stur sein. Trumpf hat gestochen. Ca.1h später sitzen wir im Besprechungszimmer. Ergebnis; doppelseitige Mittelohrenentzündung. Yaron ist danach so k.o. dass ich ihn zuerst nach Hause bringe und erst nachher die oben erwähnten Besorgungen erledige. Yaron ausladen, Yaira, Yinon wieder einladen, Yahel ist erstaunlicherweise bei einer verspäteten Mittagspause eingeschlafen. 

Beim Einkaufszentrum ein riesen Balgan. Einfahrt verstopft, wir warten… An der Kasse möchten wir unsere Einkäufe auf das Band legen. Die Kassierin sperrt, macht Pause. Wir wechseln das Band und warten… Die Pause der jungen Frau war nicht ganz so lang wie unsere Wartezeit am anderen Band. Sie öffnet ihre Kasse wieder und lässt uns freundlicherweise den Vortritt. Nächste Wartezeit, die Ausfahrt… Der Abstecher zur Apotheke muss dringend sein, Yaron braucht sein Antibiotika. Glücklicherweise sind nur ein paar Wenige, die ihre Rezepte einlösen müssen. Zahl 180 zeigt es an, ich ziehe die Zahl 185. Das geht. Doch der Schein trügt. Drei Kassen, nur eine ist besetzt. Und die Dame, die gerade ihr Rezept einlöst, zeigt sich von ihrer unverständlichsten Seite. Fragen über fragen. Selbst die Bedienung scheint bald die Beherrschung zu verlieren. Nach sage und schreibe 10Minuten ruft die Befragte doch noch Hilfe herbei. Eine zweite Kasse öffnet. Einige Minuten später bemüht sich gar ein dritter Angestellter, Rezepte entgegen zu nehmen. Wir warten… Endlich sind wir an der Reihe. Zwei Minuten später sind wir auf dem Parkfeld. Yaira muss mal für kleine Mädchen. Oweja. Inzwischen ist es bereits eingedunkelt. Der schreiende Yinon wird ins Auto verfrachtet. Yaira erledigt ihr Geschäft beim nächst gelegenen Baum. 19.30 Uhr treffen Mutter, Kind, schreiend-Baby k.o. Zuhause ein. Der Tag ist geschafft, der nächste Tag folgt, ebenso ein weiterer Tag, und wieder einer und wieder einer.  Alltag halt eben.