Gedanken

Masken aus Reststoff und Kordel

Mit der Zahl 13 in der Hand wartete ich eine geschlagene Stunde vor dem Einkaufsladen bis zum Einlass. Eine seltene und geliebte Gelegenheit mein Umfeld zu beobachten und meine Gedanken schweifen zu lassen. 

COVID 19 bringt mich auf eine neue Stufe der Dankbarkeit. Schwindet Selbstverständliches, tritt erst in Bewusstsein, was da ist oder eben war. So die aktuelle Situation. Sie nimmt uns Freiheit. In absehbarer Zeit werden wir uns wieder frei Bewegen können. Werden frei sein im Denken und Handeln. Die Denkweise ist immer frei? Ich wage zu Behaupten dass die Fülle an Informationen und Konsequenzen des COVID eine wahre „Corona“ verdient. Eine Negative. Ich sehe rund um mich verängstigte und verunsicherte Menschen, die meiner Meinung nach, total den Bezug zur Realität verloren haben. Ihre Gedanken sind nicht frei. Angst regiert die Welt. Jedes Gegenüber ist eine Bakterien- und Virenschleuder. Ist so, war so und wird immer so bleiben. Gewissermassen auch gesund um eine gutes Immunsystem zu entwickeln. Doch mediale Flutwellen und die Art der Reaktionen von Politikern machen meinen Mitmenschen auf einmal zu einem gefährlichen Aussätzigen. 

 

Meine Blicke schweifen umher. In Israel herrscht Maskenpflicht. Fokus sind nicht mehr die einzigartigen und wundervoll erschaffenen Gesichter mit breiten, dünnen oder geschwungenen Lippen, charakteristischen Falten und Sommersprossen, Zähnen schief oder gerade nebeneinander stehend. Fokus sind neu übergrosse Masken in allen Farben, Formen und Tragarten. Eine Sonnenbrille verhindert letztendlich ganz den Wiedererkennungseffekt einer Person. Wie dankbar bin ich, für alle diese einzigartig gestalteten Menschen und wie sehr freue ich mich darauf, sie ohne Masken zu sehen. 

Wie sehr freue ich mich auf unseren ersten Ausflug in einen der vielen Nationalparks. Die Stille, die Ruhe, die Natur. Die Kinder glücklich, wir glücklich.

 

Maskenpflicht ab 6J.
Yahels "neue" Schulutensilien (obligatorisch)

Lebensmittel sind teuer geworden. Wir wurden auf wundersame Weise unterstütz wie wir es gar nicht erwartet hätten. Noch wissen wir nicht, wie lange diese Krise anhält, wie lange mein Mann „Erwerbslos“ bleibt. Doch darf ich hier und mit diesem Blog erwähnen, dass wir immer noch weit im Überfluss leben. Zudem ermutigt mich die Bibel auf den zu vertrauen, der uns versorgt, Tag für Tag. Oh wie dankbar bin ich. Ich geniesse eine echte Sorglosigkeit diesbezüglich. Wir geniessen, dass Essen nicht selbstverständlich ist und wir trotzdem genügend haben. Viele in diesem Land mussten auf Eier verzichten. Es gab einfach lange Zeit keine mehr. Unser Kühlschrank hatte stets zur Verfügung.

Fehlendes weckt Erinnerungen. Freunde und Bekannte melden sich. Ganz überraschend. Aufrichtig über das familiäre Wohlergehen interessiert. Uns wird Bewusst, wie viele Freundschaften wir eigentlich haben in der Schweiz, als auch Weltweit. Wie viele Gebete und Menschen uns in unserem Leben begleiten. 

 

So dankbar bin ich neuerdings für unsere Nachbarn. Die Familie mit den vier Mädels sind bei unseren Kindern hoch im Kurs. Die Älteste erweist sich immer wieder aufs neue als hervorragende Lehrerin. Was von ihren Geschwistern eher als nervig empfunden wird. Für Yahel ist sie das Vorbild schlechthin. Wertschätzung und Ermutigung sind der Inbegriff ihrer Familienkultur. Ein echtes Pendant zu einer bestimmten Familie in der Schweiz, welche wir notabene sehr vermissen. 

Bald ist wieder geregelter Schulaltag. Von einer Freundin höre ich, dass ihr Kind nicht mehr zur Schule möchte. Von einer Anderen, dass sie ihr Kind nicht in den Kindergarten sendet. Meine Aussage ist; unsere Kinder sind gut integriert, haben kompetente und liebevolle Lehrerinnen, haben Kinder die sie Freunde nennen und gehören voll und ganz dazu. Wow. Die Kinder freuen sich. Wir als Ehepaar freuen uns mit ihnen.

 

 

 

Yinon will nichts mehr wissen...alles doof.