Fortschritte

Meine Ulpan - Notizen

Eine immer wiederkehrende Frage unserer Blog-Leserschaft lautet; Sprecht ihr schon ein bisschen hebräisch?

Die Kinder beherrschen seit 1,5 Jahren fliessendes Hebräisch. Inzwischen spielen und unterhalten sie sich überwiegend in Hebräisch. Hingegen „ein bisschen Hebräisch“ ist die passende Bezeichnung für meine Kenntnisse. Die Ulpan startete ich erst vergangenen September. 3 mal die Woche für je 3Lektionen à 45min. Stolz eignete ich mir erste Wörter und Sätze an. Wie frustrierend die Erkenntnis, wie viel Wortschatz eine anständige Konversation benötigt. Ein Beispiel; Auf dem Weg zum Uhrmacher überlege ich mir Wort für Wort mein Anliegen und trage dieses an erreichtem Ziel vor. Stolz, wie ein Kind, welches ein Gedicht einstudiert hat… um danach seine Gegenfrage mit Kalbsaugen zu beantworten. Wie bitte? 

 

Mein ausgeprägtes Musikgehör hilft mir, geschlossene Fragen oder Sätze im Kontext zu erahnen. Aber Achtung; Fettnapf – Gefahr. Unterhaltungssprache ist grundsätzlich Englisch oder Französisch. So fehlt es an hebräischer Praxis. Mein Topgebiet; lesen und schreiben. Yahel kann ich unterstützend Begleiten in ihrer Leseentwicklung. Das hebräische Alphabet besteht aus einer Druckschrift und einer Schreibschrift. Unverwechselbar. Doch Lesen und Schreiben setzt kein Wortverständnis vorraus. 

 

Arbeitsbuch 1. Klasse Yahel
Gute Nacht Geschichte

Von einer unbekannten Sprache abhängig zu sein, ist emotional sehr herausfordernd. Eine melodische und ausdrucksstarke Sprache, dieses Hebräisch. Doch da sind diese Misserfolge. Während der Covid – Kriese galt es täglich bis zu 90 Whatsapp auf hebräisch zu übersetzen. Nicht alle relevant. Um auszusortieren, müssen sie erst verstanden sein. Oft war ich den Tränen nahe. Die Google Übersetzung ist mehr schlecht als recht. Stundenlanges Dolmetschen folgte. Mein hebräisches Selbststudium reduzierte sich auf die Hausaufgaben der Ulpan (jeweils 22 Sätze), mehr lag nebenbei einfach nicht drin. Und mit den Kindern möchte ich kein hebräisch sprechen. Sie sollen ein sauberes Schweizerdeutsch aufrecht erhalten. Yaron kennt einige Buchstaben und schreibt seinen Namen nun auch in Deutsch. Yahel liest einige Wörter und Sätze in Deutsch. Die Geschichten erzähle ich mehrheitlich auf Deutsch. Reimspiele oder Sag-mir-einen-Gegensatz-Spiel, sowie CD`s auf Deutsch unterstützen die Sprachkenntnis. Bei Yaira  und Yinon läuft alles parallel. Was wir gezielt auf Deutsch üben, üben wir auch auf Hebräisch. Doch gilt; die Familiensprache ist Schweizerdeutsch. Punkt.

Aktuelle Disziplin; Whatsapp auf hebräisch schreiben und mit Beharrlichkeit in einem Gespräch meine Wörtchen mühsam zusammen zu kratzen. Egal ob mein Gegenüber die Zeit zum Zuhören aufbringen will oder nicht. Was sein muss, muss sein. Wer diese Zeilen liest denkt vielleicht – hartnäckiger Sturkopf. Meine Eltern als auch mein Mann würden wohl beipflichten. 

Angetrieben von der Hoffnung Schulunterlagen, Hausaufgaben, staatliche Dokumente, Verpackungen von Lebensmittel ect., Freunde unserer Kinder, Termine unterschiedlichster Art und noch vieles mehr, endlich zu verstehen und zu bewältigen, bleibt einzig und allein üben üben üben..

 

 

Produkte sind vorwiegend hebräisch und arabisch beschriftet