Experiment Fazit

Experiment Fazit

Israel gilt als das Start-Up Land schlechthin. Bei genauerem hinschauen bilden sich so einige Fragezeichen. So ist Internet, fast wie im Wilden Westen, eine Zufallssache. Tatsächlich gilt „Wetter schlecht – Internet schlecht.“ In Planung sind Glasfaserkabel. Bis die jedoch in unserer Strasse angekommen und verlegt sind, freuen wir uns über sonnige Tage. 

Entsprechend erübrigt sich die Frage, welches Wetter den Tag 6 meines Experimentes bestimmte, bezw. warum da kein Eintrag zu finden ist. 

Tag 7, Pessach (Fest; Auszug aus Ägypten /Abendmahl  von Jesus mit seinen Jüngern) und Shabbat (Sonntag ist in Israel Samstags). An diesem Tag gehört das Natel und der Computer bei uns versorgt.

Bleibt also noch Fazit und wie weiter;

Die Zeit ohne Natel war kurz aber fantastisch. Seelisch weniger oder andere Inputs zu verarbeiten gaben mir so eine Art aufschwung. Mich auf den Haushalt und die Kinder konzentrieren zu können ohne Ablenkung, erhöhten meine Produktivität und Ausdauer. Damit hätte ich nicht gerechnet. 

Ebenso wohltuend war das Gefühl, nicht stets unter Druck irgendwelchen Chatverläufen folgen zu müssen, (z.Bsp. gehen in einer Elternwhatsapp – Gruppe gut und gerne zwischen 50-60 Nachrichten hin und her die von mir Mühsam übersetzt werden müssen um sicher zu sein, nichts zu verpassen). Prompt habe ich die Hausaufgaben von Yahel versäumt und zwei Trainingseinheiten, die ganz überraschend statt gefunden haben. (Bis anhin ist es in Jerusalem noch nicht erlaubt, wieder Mannschaftssport zu besuchen. Nicht so bei anderen Städten. Warum? Keine Ahnung…) 

Jemand fragte mich wegen Papier – Agenda. Diese Zeiten sind vorbei, wo sich mein geschätzter Mann über meinen Papierkram aufregen muss. Bis aufs letzte habe ich die Papier Agenda ausgereizt und behalten. Wir leben in einer Zeit und Umgebung wo sich diese als überflüssig erweist. Meine Daten reduzieren sich auf; „treffen wir uns in einer Stunde?“ oder “ hey, ich bin hier, kommst du auch?“ Die wenigen Termine, die wir langfristig zu planen haben, tragen wir auf einem grossen Papier ein. Aber selbst Besuch zum Nachtessen oder ein sonstiges Treffen wird nicht über eine Woche aus geplant. Wir leben sehr intensiv im hier und jetzt. (Mehr denn je auch Covid-Massnahmen-bedingt.) Selbst Kontrollbesuche bei der Kinderkrankenschwester brauchen nicht im Terminplaner eingetragen zu werden. Am Vorabend wirst du per SMS daran erinnert, wann, wo, wie dein Termin morgen statt findet. 

Wirklich sehr vermisst habe ich den Austausch mit Familie und Freunden. Gleichzeitig bin ich in eine neue Freiheit gekommen, mir nicht jedes Video anschauen zu müssen um danach Rechtfertigen zu können, dass ich es geschaut habe. Egal wie ermutigend, lustig oder faszinierend. Denn vom einem Video gelangst du zum nächsten und dann gibt es da noch eine Schlagzeile die du lesen möchtest und da noch etwas Interessantes. Unwahrscheinlich zeitraubend und einlullend.

Sehr bequem und kaum ersetzbar ist die Fähigkeit von elektronischer Übersetzung, Navigationssysteme oder die Möglichkeit dein Parkplatz über eine App zu bezahlen. (Zumal es keine Parkkassen mehr gibt.) Schnell ein Bild zücken, um Fragen der Kinder einfacher beantworten zu können. Sprachkurs. Dinge, auf die ich nicht verzichten möchte. 

Viel Spielraum bleibt nicht, das Handy nicht zu nutzen. Als Ima bin ich verpflichtet am morgen erreichbar zu sein für die jeweilige Aufsichtsperson meines Kindes. Doch die Nachmittage werde ich versuchen, frei zu halten. 

Wir werden sehen…