10 verrückte Jahre

10 verrückte Jahre

30.07.21 Ein grosser Tag. Vor 10 Jahren gaben Pascal und ich uns vor dem Traualtar das Ja-Wort. Ein Ja, das zu Beginn einer EHE kein Mensch abzuschätzen weiss, was es bedeuten wird.

In meinem zweiten Ausbildungsjahr zur Krankenschwester (ein ehrenswerter Begriff, gemeint ist dipl. Pflegefachfrau) heiratete ich meinen Mann Pascal mit der schweizerischen Vorstellung von Eigenheim, Kinder und einem geregelten Leben. Reisen nur, wenns sein muss. Am liebsten in den Norden, oder aber in die naheliegenden Länder.

Mauritius überzeugte dann doch als Hochzeitsreise. So sehr, dass wir vor Ort uns vorstellten, unser 10 jähriges Jubiläum dort zu verbringen.

 

Wir starteten – aus schweizer Sicht – mit einfachen Verhältnisen in unsere Ehe. Reich beschenkt von Verwandten mit Möbel und Gaben zur Hochzeit. Es sind gute Erinnerungen an diese Zeit. Nie mangelte uns an irgendetwas.

Als ich meine Stelle in Muri AG annahm, zogen wir ein erstes mal von Niedergösgen nach Boswil um. Kurz darauf durften wir unsere erste Tochter wilkommen heissen. Nach der Geburt erlitt ich eine Diskushernie (Bandscheibenvorfall) was uns veranlasste eine Wohnung mit Lift, parterre oder ä. zu finden.

Vom 3.Stock in Boswil zogen wir in eine herrliche Wohnung in Jonen mit Garten und lieben Nachbarn. 1,5Jahre nach Yahel kam unser Sohnemann Yaron auf die Welt. Wieder 1,5Jahre später unsere Yaira. Ein Leben auf dem Land mit viel Platz, Glückseeligkeit und Zufriedenheit.

 

Aktuelles Foto 30.07.2021
Ich liebe euch so sehr

Zwischenzeitlich waren wir einige male in Israel. Nie verschwendeten wir einen Gedanken daran, je dorthin auszuwandern. Pascal war geschäftlich mehrmals dort, ich begleitete ihn. 2011 hatten wir eine Begegnung mit dem jetzigen Vorgesetzten von Pascal. Dazumal äusserte ich mich folgendermassen; „diese Bekanntschaft wird langfristige Konsequenzen haben.“ Aus dieser 10 Minütigen Bekanntschaft wurde eine Freundschaft, aus dieser wiederum eine Partnerschaft auf Geschäftsebene.

 

2014 gründete Pascal mit seinem Freund seine eigene Firma WWV. World Wide Travel. Parallel verlaufend zu seiner eigentlichen Arbeit in der Tourismusbranche. Doch zwischenmenschliche und gesundheitliche Probleme die nicht weiter tragbar waren, veranlassten meinen Mann Februar 2017 zu kündigen.

Pascal konnte sich nun ganz auf WWV konzentrieren, war aber stets in der Zusammenarbeit mit der Firma in Israel, seinem jetztigen Arbeitsgeber.

05.März 17 „Ihr werdet nach Israel gehen.“ Während dem Frühstück mit meinem Mann hörte ich innerlich diesen Satz. So stark, direkt ins Herz geschrieben. Etwas konsterniert sah mich mein Mann an. Das Thema war gegessen.

 

 

Altstadt am 31.07.21
Mmmmmh...

Mai `17 reiste Pascal alleine nach Israel. Dort wurde er von einer Frau, inzwischen unsere innige Freundin, angefragt auszuwandern. Sie würden versuchen bis September ein Visa zu kriegen. Wieder zu Hause kündigten wir die Wohnung im Glauben, tatsächlich das Visa bis September zu haben. Heute lachen wir bloss über diese ungeheure naivität. Wir wurden eines besseren belehrt. Doch unser Vater im Himmel hat für uns gesorgt, wir durften etwas länger in der Wohnung bleiben. Als sich herausstellte, dass diese Visumsgeschichte dauern würde, zogen wir ein weiteres mal um, nach Benzenschwil. Mit der wunderbaren Vereinbahrung, dass wir jederzeit kündigen dürften. Inzwischen war unser Yinon unterwegs.

07.Okt. 18 erreichten wir mit einem 4 Wochen alten Knirps, 3 kleinen Kinder und 12 Koffern unser neues Zuhause.Obelix würde zurecht behaupten; es Spinnen die Schweizer! Doch auf all unseren Wegen erlebten wir so unwahrscheinlich viel wundersame Bewahrung und Versorgung.

 

Knappe drei Jahre später feiern wir also unser Jubiläum. Nicht etwa in Mauritius, dafür aber mit unseren vier wunderbaren Goldschätzen. Wie eine Königin ehrte mich mein Gatte, ein leckeres Frühstück, ein herrliches Stück Lachs zum Nachtessen, lieben Worten und Zuwendung. Ein Ausflug in die Altstadt bergte das absolute Higlight des Tages. Eine Überraschung für mich von meinem mich sehr liebenden Mann.

Seit 10 Jahren hege ich einen heimlichen Wunsch. Pascal als begnadeter Buchhalter leistete ganze Arbeit und streckte mir dann eine kleine samtrote Schatulle entgegen. Darin wunderbar glänzend zwei Eheringe aus Gold. Beschlagen wie hier in nahöstlicher oder arabischer Kultur üblich. Schlicht, wunderschön. Weinend nahm ich den Schatz aus dem Kästchen. Wie neu verheiratet, wie eine Prinzessin, gewürdigt, so fühlt sich das Tragen dieses Ringes an. Bis zum heutigen Tag und hoffentlich noch die nächsten Jahrzente.

Mit Gottes Hilfe.

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